Remscheid: "Stopp!" gegen Mobbing und Gewalt

Remscheid : "Stopp!" gegen Mobbing und Gewalt

In der Freiherr von Stein-Schule lernen Kinder wie sie sich gewaltfrei gegen mögliche Angreifer schützen können.

"Stopp!" - Die Zweitklässler der Gemeinschaftsgrundschule Freiherr-vom-Stein in Lennep sehen entschlossen aus. Die kleinen Hände sind nach vorne gestreckt, der Blick ganz fest. Die Übung ist Teil des Projekt "Gewaltfrei Lernen".

"Ziel ist es, zu deeskalieren und dass die Kinder lernen, Konflikte selbst zu lösen", erklärt Schulleiterin Silvia Siegemund, Bereits vor drei Jahren hat die Schule an dem bundesweit akzeptierten Programm teilgenommen, bei dem die Grundschüler in drei Einheiten die wichtigsten Methoden spielerisch erlernen. "Das Besondere daran ist, dass alle Klassen, Eltern und Lehrer teilnehmen", erklärt Siegemund, die die Kenntnisse nachhaltig verankern möchte.

Den Kindern sieht man die Begeisterung bei den Übungen an. Im Kreis stehend folgen sie aufmerksam Sibylle Wanders, Gründerin und pädagogische Leiterin des Gewaltfrei Lernen-Teams. Anschaulich und leicht nachvollziehbar stellt sie Situationen dar, die im Schulalltag vorkommen, dazu gehören verbale Sticheleien, kitzeln, schubsen oder auch kneifen. Sie erklärt, wie die Schüler mit der Stopp-Regel in drei Schritten den Mitschüler auf Distanz halten und so den Konflikt vermeiden können.

Der bewusste Köpereinsatz gehört dazu. "Im Grunde gibt es drei Säulen: Bewegungsspiele, Konfliktübungen und Strategien im Dialog besprechen", erklärt Wanders das Konzept. Dadurch werden die Selbstbehauptung des Einzelnen, aber auch mehr Zivilcourage und Teamwork gefördert und machen so stark gegen Mobbing, das dann gerade in späteren Altersstufen ein Thema wird. Wichtig sei das präventive Programm, weil Kinder heute überlastet seien, zu wenig Bewegung aber auch zu wenig Ruhephasen haben, nennt Wanders als Gründe.

Die Zweitklässler Nichan und Alian überzeugt das Training. "Mir gefällt das Stopp-Zeichen und dass man die Hand hochhebt und die Brust raustreckt und dadurch stark aussieht", sagt Nichan, der die Methode bereits beim Fußballspielen anwenden konnte, als ihn ein Mitspieler geärgert hat. "Das funktioniert sehr gut", pflichtet ihm Alian bei.

Finanziert wird das Programm an der Remscheider Grundschule von der Stiftung "Kunst, Kultur und Soziales" der Sparda-Bank sowie dem Förderverein der Schule. "Es ist wichtig für die Kinder, dass sie das an die Hand bekommen", sagt Xaver Gehrmann, Filialleiter der Sparda-Bank. Gehrmann hat selbst am Elternabend teilgenommen, kann die Übungen also mit seinen eigenen Kindern zu Hause einüben. Das Vermitteln durch die Eltern ist ein weiterer Punkt und ein wichtiger Baustein des Konzepts zur richtigen Prävention von Konflikten und Gewalt.

(lupi)
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