1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Mittelaltermarkt in Remscheid: Stimmungsvolle Zeitreise im Hardtpark

Mittelaltermarkt in Remscheid : Stimmungsvolle Zeitreise im Hardtpark

Der Mittelaltermarkt des Verkehrs- und Fördervereins lockte Tausende Besucher in das Hüttendorf in Lennep.

In die Zeiten, als es noch Ritter und Burgfräulein gab, reisten am Wochenende mehrere tausend Besucher des diesjährigen Mittelaltermarktes im Lenneper Hardtpark. Gaukler, verschiedene Handwerker und Falkner ließen Kinder und Erwachsene in eine mystische Welt voller Magie eintauchen.

Eingezäunt und verborgen hinter hohen Bäumen hatten über Nacht Händler aus einer vergangenen Zeit ihre Zelte in der Röntgenstadt aufgeschlagen und wie ein kleines Dorf den Hardtpark besiedelt. Neugierig schauten die Einheimischen von der Straße aus auf die seltsamen Neulinge mit langen Gewändern und kuriosen Kopfbedeckungen. Gegen eine kleine Gebühr ließen sie die schaulustigen Besucher hinein.

"Seid willkommen und hereinspaziert", begrüßten kostümierte Männern mit großen Mützen auf dem Kopf, spitzen Schuhen an den Füßen und raschelnden Glöckchen an Hand- und Fußgelenken die ersten Besucher am Samstagvormittag. Dem anfänglichen Lächeln folgte nach dem Betreten des Geländes pure Faszination: Das Bild eines riesigen Zeltlagers, verteilt auf der hügeligen Anlage, mit zentralem Marktplatz und zahlreichen Marktständen bot sich den Gästen. Felle, Objekte aus Holz, Leder, Keramik und Metall waren zu sehen, selbst gebraute Spirituosen wurden angepriesen, ebenso wie abgepackte Kräuter und Gewürze.

An Tavernen und Grillständen konnten sich die Besucher stärken. Der Geruch von frisch gebackenem Brot und verbrannten Holzscheiteln zog in die Nase, mittelalterliche Harfenmusik strömte ins Ohr. In der Ferne zu hören waren dem Bergischen vertraute Klänge von rhythmischen Ambossschlägen. Schmied, Drechsler, Weber, Glaser und Schreiner lockten mit ihren Fertigkeiten neugierige Gäste an, die sich hier und da selbst ausprobieren konnten.

"Das ist richtig toll", schwärmte Mats (10), nachdem er sich ein Schwert geschnitzt und bei einem Gaukler aufmerksam das Hütchenspiel beobachtet hatte. Schon in den vergangenen Jahren hatte Mutter Mirjam Hartmann mit ihren Kindern Mats und Nora (8) den Mittelaltermarkt in Lennep besucht: "Weil hier einfach eine ganz tolle Atmosphäre herrscht und es etwas ganz Anderes ist." Im Hardtpark könne sie sich mit ihren Kindern auch einfach mal auf die Wiese setzen, der Harfenmusik lauschen und das bunte Treiben auf der Anlage beobachten. Nora fühlte sich pudelwohl, "fast wie ein echtes Burgfräulein."

Auch die beiden achtjährigen Freundinnen Katharina und Cagla probierten sich auf dem Markt aus: "Wir waren schon beim Bogenschießen und haben Kerzen gemacht und jetzt basteln wir Zaubersteine mit Wolle und Seife", erzählte Katharina. "Mir gefällt es super gut hier, weil es viel Spaß macht und weil man erfährt, wie es früher im Mittelalter war", sagte Cagla.

Und die zahlreichen Aussteller und Händler an den über 50 Ständen freute sich ebenfalls: "Das ist eine traumhaft schöne Kulisse", schwärmte Glaserin "Babs Neijman" alias Ilona Spek aus Gummersbach. Für Veranstalter Charlie Kohlleppel, der im Auftrag des Verkehrs- und Fördervereins Lenneps den Markt bereits zum sechsten Mal auf die Beine stellte und sich mit der Resonanz zufrieden zeigte, war es die letzte Veranstaltung. Er zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. "Für mich ist es ein sehr emotionaler Abschied", äußerte Kohlleppel. "Die Stadt hat uns immer fantastisch unterstützt und unter den Händlern herrschte ein tolles Miteinander, was den Erfolg des Marktes ausmacht."

(RP)