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Stiftung Tannenhof feiert Richtfest

Neue Wohnstätten : Stiftung Tannenhof feiert Richtfest

Der Bauzeitplan ist durch die Witterung etwas im Rückstand. Die ersten der 36 Bewohner sollen zum Jahreswechsel in die neuen Wohnstätten an der Remscheider Straße einziehen können.

Immer wieder sind Bohr- oder Schleifgeräusche zu hören. Am Rohbau für die beiden neuen Wohnhäuser der Stiftung Tannenhof wird ordentlich rangeklotzt. Schließlich heißt es, die durch die Witterung entstandenen zwei Monate Baustillstand aufzuholen. Noch braucht es zwar etwas Fantasie, aber beim Richtfest gestern konnten sich die vielen Teilnehmer einen ersten Eindruck von den Neubauten an der Remscheider Straße verschaffen.

„Wir können sicher sagen, nicht zu früh und nicht zu spät gebaut zu haben“, merkte Guido Colsmann, Vorsitzender des Kuratoriums, bei der Begrüßung an. Für insgesamt 36 Bewohner werden die U-förmig angelegten, komplett barrierefreien Wohnstätten Platz bieten. Jeder wird ein eigenes Zimmer mit Bad haben – ganz nach den Vorgaben des Teilhabegesetzes. Dazu kommen Gemeinschaftsräume wie eine Waschküche, ein Wohn- und Essbereich oder ein Therapiezimmer.

Rund 7,5 Millionen Euro kostet das Projekt, zu dem auch die Sanierung des Erdgeschosses des Brüderhauses für ein tagesstrukturierendes Angebot zählt. Etwa die Hälfte trägt der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Die Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen sowie die NRW.Bank Förderdarlehen Wohnraum für Menschen mit Behinderungen sind ebenfalls an der Finanzierung beteiligt. „Die Stiftung Tannenhof ist weit über die Grenzen Remscheids hinaus als engagierter Anbieter bekannt“, lobte Jürgen Noch vom LVR. Außerdem habe die direkte Anbindung zur Klinik eine hohe Relevanz.

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Es sei ein wichtiges Zeichen für Inklusion und gegen Ausgrenzung, sagte der kommissarische, ärztliche Direktor der Stiftung, Doktor Jörg Hilger. Denn mit den neuen Häusern verfolgt die psychiatrische Einrichtung ein wichtiges Ziel: die Öffnung zum Stadtteil. „Das war genau die richtige Entscheidung“, hob Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hervor. Eine psychische Erkrankung könne jeden treffen. Auf diese Weise werde den Bewohnern ein würdiges und der Lebenssituation angemessenes Leben ermöglicht.

Die Bewohner leiden unter einer langjährigen, psychischen Behinderung, erklärte Günter Fuchs, Einrichtungsleitung des Bereichs Integration-Wohnverbund. Dazu zählen Schizophrenie, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen. Durchschnittlich leben sie bis zu zwei Jahre dort, in manchen Fällen auch länger. Die Plätze seien alle belegt, die Warteliste extrem lang. „Wir haben bundesweit ein Versorgungsproblem für diese Menschen“, sagte Fuchs.

Wenn alles im neuen Zeitplan bleibt, können die ersten Bewohner, aktuell leben sie in Haus A sowie im ehemaligen Ludwig-Steil-Haus auf dem Stiftungsgelände, zum Jahreswechsel in das Haus an der Remscheider Straße 80 ziehen. Das hintere Haus mit der Adresse Remscheider Straße 82 wird etwas später fertig sein. Für die richtige Betreuung wird auch mehr Personal als die bisherigen 30 Mitarbeiter benötigt. Gespräche mit dem LVR dazu laufen aktuell.

Die Wohnstätten sind nicht das letzte Projekt der Stiftung. Der Masterplan sieht ein neues „Stadtquartier Tannenhof“ bis 2025 vor. Man wolle ein soziales, räumliches Gefüge schaffen und aktiv zur Stadtmitte Lüttringhausens gehören, sagte Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor der Stiftung. Zur Agenda zählt der Bau des Hospizes auf dem Gelände des ehemaligen Bauernhofes, für das der Verein Christliches Hospiz Bergisches Land verantwortlich ist. Außerdem forciert die Einrichtung in Nachbarschaft zum Hospiz den Bau einer neuen Kita mit rund 100 Plätzen, berichtete Volk. Aktuell sei dazu der nötige Erschließungsplan an das Architekturbüro „BFT Planung“ vergeben worden, das bereits für die beiden neuen Wohnstätten verantwortlich ist. Zum Plan gehören auch eine weitere Wohnstätte sowie ein Mehrzweckhaus.