Remscheid: Staunen und genießen bei der Nacht des Sports

Remscheid: Staunen und genießen bei der Nacht des Sports

Als Daniel Schmidt, frisch gekürter Sportler des Jahres 2009, als erste Reaktion auf seine Wahl freimütig bekannte, "ich bin hungrig", sprach er den meisten Gästen im voll besetzten Teo Otto Theater aus der Seele beziehungsweise dem Magen. Ein fast dreistündiges Programm der von Stadt, Sportbund und Bergischer Morgenpost präsentierten "10. Nacht des Sports" ist eben lang . . .

Denjenigen, die an den Türen saßen, waren schon viel versprechende Düfte um die Nase geweht. Truthahn in Erdnusssauce mit Wok-Gemüse, Lasagne und Tortelloni, spanische Reispfanne oder leckerer Schweinebraten und jede Menge zartes Gemüse — das Team vom Remscheider "Schützenhaus" weiß, was gut schmeckt.

So führte der Weg die Sportnacht-Besucher aus dem Theatersaal direkt ans Buffet. Weil das auf mehrere Stellen im oberen und unteren Foyer verteilt war, musste auch niemand wirklich lange warten. Und wer ganz clever war — wie zum Beispiel Sascha Velten, Remscheids Sportler des Jahrzehnts — der hatte sich den Schlussapplaus gespart und war schon vorher aus dem Saal geschlichen. Gut gestärkt ging es dann in den gemütlichen Teil des Abends über. Die Musiker der "Good Time Jazz Five" sorgten für den passenden Begleitsound, und vor allem die Mitglieder der "Mannschaft des Jahres", die Amboss-Footballer, sowie ihre Freunde und Fans feierten noch lange weiter.

"Sport hält Stadt zusammen"

A propos clever: Ganz überraschend kam für Sascha Velten die Ehrung als Sportler des Jahrzehnts nicht (obwohl niemand aus der Jury vorher geplaudert hatte). Er hatte einfach "eins und eins zusammengezählt", gestand er mit einem verlegenen Grinsen: Wer zur Sportnacht eingeladen wird und nicht zu den Nominierten gehört, der wird wohl aus einem anderen Grund auf die Bühne geholt. Beim Blick in die BM-Beilage zur Wahl stellte er fest, dass es nur eine zusätzliche Ehrung geben würde, den BM-Joker für die "Sportler des Jahrzehnts". Also ahnte er, was da kommen könnte. Die Freude über die Auszeichnung hat das, wie jeder sehen konnte, aber nicht geschmälert.

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Spaß an der Ehrung hatte auch das Moderatoren-Duo mit Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Sportbund-Chef Reinhard Ulbrich. Während Wilding, die das Goldene Buch der Stadt mitgebracht hatte, in das sich die Sieger der Wahl eintragen durften, nicht müde wurde zu betonen, dass der Sport die Stadt gerade in schweren Zeiten zusammenhält, versprach Ulbrich gleich zu Beginn: "In Remscheid muss gespart werden, aber wir sparen nicht an der Stimmung."

Er behielt Recht, und dafür sorgten nicht zuletzt die Auftritte im Rahmenprogramm: Nachdem Zauberer Donatus Weinert die Zuschauer bereits im Foyer mit pfiffigen Tricks in Stimmung gebracht hatte, setzte sich das Gute-Laune-Paket später auf der Bühne fort. Als "Eisbrecher" fungierten zunächst die Rot-Blauen Funken. Danach bekam der froschige Nachwuchs der Artistic Jumpers um dessen Trainerin Larissa Gödecke ebenso viel Beifall wie das folgende Kontrastprogramm: Der kleine Chor des MGV Germania war für den Programmpunkt "Sport meets Kultur" zuständig und hatte bei der launigen Liedauswahl ebenso die Lacher auf seiner Seite wie bei der optischen Begleitung von "Der Hahn von Onkel Giacometo" — mit Zier-Geflügel als Kopfbedeckung.

Besonders beeindruckend waren nach dem rhythmischen Auftreten der "Blaumanngruppe" und der fernöstlich-meditativen Kampfkunst-Vorführung der Karateka um Bodo Monschau die begnadeten Körper der "Blackrunners". Wie die Parkour-Athleten geschmeidig auf, von und über altmodische Turnkästen flogen, erinnerte viele im Publikum schmerzlich an die Grenzen der eigenen Beweglichkeit. Aus einem anderen Grund bekam Jochen Peitz, Chef der fachverwandten Artistic Jumpers, bei den "Blackrunners" Glanz in den Augen: "So cool, so lässig und so gekonnt — mit denen müssen wir mal Kontakt aufnehmen."

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(RP)