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Remscheid: Startschuss für die Stadtradler

Remscheid : Startschuss für die Stadtradler

Am Sonntag begann bei Radsport Nagel in Lennep die dreiwöchige Klimaschutzaktion. Christel Gies aus Lüttringhausen ließ ihr Auto gleich auf dem Parkplatz stehen und stieg aus Rad um.

Mit so optimalen Bedingungen werden Remscheids "Stadtradler" in den nächsten drei Wochen nicht immer zu rechnen haben: Bei schönstem Spätsommerwetter fiel am Sonntag Vormittag auf dem Gelände von Radsport Nagel der Startschuss für die sportive Aktion, mit der zum Wohle der Umwelt möglichst viele klimafreundliche Kilometer geradelt werden sollen. Die Stadt Remscheid hat sich zum "Stadtradeln" angemeldet, 23 Teams aus verschiedenen Stadtteilen machen mit. Ihre Fahrer haben zugesagt, möglichst oft aufs Rad umzusteigen und auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit das Auto stehen zu lassen.

Auto bleibt drei Wochen stehen

Eine, die sich dabei überaus konsequent zeigt, ist Remscheids erster "Stadtradel-Star" Christel Gies. Die Lüttringhauserin will 21 Tage lang ausschließlich in die Pedale treten und gab deshalb am Sonntag gleich die Autoschlüssel bei Bürgermeister David Schichel ab. Ihr Auto wurde mit einer Winterplane umhüllt und macht nun drei Wochen Pause. "Die hohen Benzinpreise haben letztlich für mich den Ausschlag gegeben", sagte die sportliche Zahnarzthelferin, die nun täglich rund 32 Kilometer Wegstrecke zum Arbeitsplatz in Radevormwald und wieder nach Hause zurücklegen wird. Dazu hat sie sich die landwirtschaftlich reizvolle Strecke entlang des Wupperdamms ausgesucht. Dass ihr möglicherweise auch mal der Wind entgegen blasen und der Regen ins Gesicht schlagen wird, schreckt die Radlerin nicht: "Wer A sagt, muss auch B sagen. Ich freue mich jetzt richtig drauf."

Das bislang größte Team stellt die katholische Pfarrgemeinde St. Bonaventura - Heilig Kreuz. Querbeet durch alle Generationen haben 22 Gemeindemitglieder aus Lennep und Lüttringhausen ihre Teilnahme zugesagt. Als Betriebssportgruppe sind die Remscheider Stadtwerke dabei. Darunter aktive Radsportler wie Marketing-Chef Carsten Seidel — "Ich fahre rund 10000 Kilometer im Jahr" — und Hobbyradler, die in den nächsten Wochen verstärkt im Sattel sitzen wollen. Aus der Politik machen die Remscheider Grünen mit, weiterhin hat "Lennep Offensiv" genauso ein Team gemeldet wie der Verkehrs- und Förderverein Lennep. Dessen Vorsitzender Klaus Kreutzer hat sich dazu eigens ein GPS-System an den Lenker montiert: "Jeder Kilometer zählt, gepfuscht wird nicht", betonte er.

Vor dem Hintergrund, dass das Bergische Land in der Vergangenheit nicht gerade als Radsport-Region auf sich aufmerksam gemacht hat, ist Gisela Nagel mit der Resonanz auf ihre Initiative zufrieden. Mit wie vielen geradelten Kilometern rechnet sie? "200 000 — da bin ich ganz optimistisch", sagte die Stadtradel-Koordinatorin und verteilte flugs als Motivation an jeden Mitradler eine große Trinkflasche.

(RP/ac)