Start-up: Glücksgefühle durch Criollo-Kakao aus Peru

Start-up in Remscheid: Glücksgefühle durch Criollo-Kakao aus Peru

Das Remscheider Start-up „Elimba“ setzt ganz auf die wohltuende und belebende Wirkung von reinem Kakao in Kugelform.

Der intensive Duft von Kakao strömt in die Nase. Am liebsten würde man davon naschen. Doch das geht nicht, immerhin stecken die Klienten von Augusta Hardt Horizonte (AHH) mitten in der Produktion. Im Backhaus der Einrichtung an der Sauerbronnstraße werden von Hand die verführerischen „Criollo-Kugeln“ gefertigt. Aus ihnen wird im Zusammenspiel mit warmem Wasser, Mandel-, Soja- oder Hafermilch ein leckeres Kakaogetränk.

Die Idee dafür stammt vom Startup „Elimba“. Das sind die Remscheiderin Barbara Kowalski (57) und ihr Sohn Elias El Gharbaoui (22). Bei einem längeren Aufenthalt in Peru ist das Mutter-Sohn-Gespann zum ersten Mal auf die belebende Wirkung des reinen Kakaos aufmerksam geworden. Elias El Gharbaoui reiste nach dem Abitur 2016 durch Südamerika. Speziell in Peru gefiel es ihm so gut, dass er seine Mutter einlud, ihn dort zu besuchen, wo die Einwohner das Kakaotrinken zelebrieren und genießen.

Dieses Konzept – das Ur-Rezept stammt von den Maya und Inka – wollte Barbara Kowalski mit nach Hause nehmen. „Ich hatte 45 Kilogramm Gepäck, 25 Kilo davon waren Kakao“, erzählt sie mit einem Lachen. Die Leidenschaft für Schokolade hatte sie zwar schon. Aber die Kraft der Kakaobohne hatte sie in ihren Bann gezogen. „Ich habe gemerkt, dass mir der Criollo-Kakao unheimlich guttut und mich fit macht“, beschreibt sie den Effekt. Verantwortlich dafür ist der Wirkstoff Theobromin, der die Energie nach und nach aufbaut und dadurch langanhaltend wirkt.

Sie verteilte es an Freunde, denen es ebenfalls gut schmeckte. Schnell war der Vorrat aufgebraucht. Also entschloss sich die Remscheiderin für einen zweiten Trip nach Peru, arbeitete auf eine Kakaoplantage mit. Als sie wieder zurück war, reifte gemeinsam mit ihrem Sohn die Idee für das Start-up „Elimba“, das die beiden im November 2017 gründeten.

Kowalski experimentierte über ein halbes Jahr lang, bis sie die richtige Mixtur gefunden hatte. Zusätzlich zum gemahlenen Criollo-Kakao gehören Berghonig aus den Anden und Kokosblütenzucker mit Zimt, Kardamom, Chili, Muskat und reiner Vanille zu den Zutaten für die leicht bröselige Masse, die im Backhaus gemischt wird. Kowalski legt Wert darauf, dass die Zutaten aus biologischem Anbau stammen.

Neben der Produktentwicklung feilte sie auch an Design, Verpackung und Form, in der das Getränk zu kaufen ist. „Ich wollte, dass es zu Hause schnell machbar und in drei Minuten fertig ist“, sagt die Unternehmerin. Seit April findet die Produktion im AHH an zweit Tagen die Woche statt. Immer 50 Gramm der Masse werden abgewogen, bevor sie mithilfe von speziellen Glasgefäßen in das Pergaminpapier aus Pflanzenharz gedrückt und verpackt wird. Das Resultat ähnelt einer Trüffelform und enthält mindestens 25 Gramm reinen Kakao.

Rund 5000 solcher Kugeln sind bereits entstanden. „Das ist eine tolle Sache, alleine vom Geruch“, sagt Elke Frowein, Koordinatorin vom Servicebereich im Tagesstrukturierenden Dienst des AHH. Die Arbeit sei angenehm, erfordere aber auch Konzentration von den Klienten der gemeindepsychiatrischen Einrichtung. Am Anfang habe sie noch Bedenken gehabt, ob es klappt. Inzwischen hat sich das Team eingespielt, sodass bis zu 120 Kugeln pro Schicht entstehen.

Für Barbara Kowalski stand bei der Kooperation mit dem AHH der soziale Aspekt sowie die Nachhaltigkeit im Fokus. Immerhin sollen auch die Criollo-Kugeln ein Stück weit entschleunigen und zu einem bewussteren Genuss führen. Eine Kugel ersetzt eine Mahlzeit und sorgt für ein anhaltendes Sättigungsgefühl von bis zu fünf Stunden. Wirkstoffe wie Magnesium, Calcium oder Antioxidantien haben eine ganzheitliche Auswirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Weiterer Nebeneffekt: Glücksgefühle.