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Stadtwerke: Nur noch halb so viele Fahrgäste

Stadtwerke in Remscheid : Nur noch halb so viele Fahrgäste

Die Stadtwerke Remscheid haben als Reaktion auf das Coronavirus ihre Fahrpläne umgestellt und Schutzmaßnahmen für Fahrgäste und Mitarbeiter eingeleitet. Der Fokus liegt darauf, den öffentlichen Nahverkehr sicherzustellen.

Wegen des Corona-Virus mussten auch die Stadtwerke Remscheid einiges umstellen. Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten können, gehen ins Home-Office. Das H2O musste schließen, die Busse fahren nach dem Samstagsfahrplan. Was haben die Maßnahmen für Folgen? Und wie geht es weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Fahren alle Busse nach Samstagsfahrplan? Nein. Insgesamt haben die Stadtwerke den Fahrbetrieb zwar auf den Samstagsfahrplan reduziert. Das heißt, es fahren weniger Busse als normalerweise. Aber zu den Stoßzeiten habe man doch zusätzliche Busse eingesetzt, sagt Professor Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke. „Das ist in Absprache mit Arbeitgebern in Remscheid geschehen“, sagt Hoffmann. Oft seien viele Busse gerade kurz vor Betriebsbeginn relativ voll gewesen, Abstandsregelungen ließen sich schwer einhaltenn. „Seitdem wir die zusätzlichen Fahrten haben, hat sich das aber eingependelt“, sagt Hoffmann. Folgende Linien fahren nun häufiger als im Samstagsfahrplan vorgesehen: 654, 658, 660, .671 und 672. Zum Großteil zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Hauptsächlich wirkt sich das also auf die Strecke Reinshagen-Lennep aus. „Es geht darum, die Hauptverkehrsrouten weiter abzudecken“, sagt Hoffmann.

Gibt es überhaupt noch Fahrgäste? Ja. Aber deutlich weniger als zuvor. „Wir sehen, dass wir 50 bis 60 Prozent weniger Fahrgäste haben“, sagt Hoffmann.

Wie schützen die Stadtwerke Mitarbeiter und Fahrgäste? Die Busfahrer sollen möglichst keinen direkten Kontakt mit den Fahrgästen haben. Der Einstieg in den Bus ist also nicht mehr durch die vorderste Tür möglich, auch Tickets können nicht mehr beim Fahrer gekauft werden .Sondern über die SR App, die Handy Ticket Deutschland App oder an den Vorverkaufsstellen wie zum Beispiel Wolfsdorff Tobacco im Allee-Center. Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten können, machen das von nun an. „Wir haben über 100 Mitarbeiter ins Home-Office geschickt“; sagt Hoffmann. Damit die Busfahrer auch untereinander nicht auf engem Raum zusammensitzen, habe man am Friedrich-Ebert mehr Räumlichkeiten für die Pausen geschaffen. Damit in den Bussen auch die Fahrgäste den Mindestabstand einhalten können, setzen die Stadtwerke jetzt vermehrt Gelenkbusse ein. Und „wir achten noch mehr auf Hygiene“, sagt Hoffmann. Mehrmals am Tag werden alle Flächen, Haltestangen und Lenkräder desinfiziert.

Wie geht es jetzt weiter? „Es gilt, ein Verkehrsangebot aufrechtzuerhalten. Das ist das Hauptaugenmerk der gesamten Geschichte“, sagt Hoffmann. Klar ist aber, dass durch fehlende Fahrgäste Einnahmen verloren gehen. „Die Fahrgäste, die uns jetzt fehlen, holen wir nicht mehr rein“, sagt Armin Freund, Leiter des Bereichs Verkehrsmanagment bei den Stadtwerken. Geschäftsführer Dr. Hoffmann sagt, noch wisse man nicht, wie viel Geld verloren geht und wie man das auffangen kann. Man sei aktuell dabei, Szenarien zu entwickeln, um diese Frage zu simulieren. „Die letzten beiden Wochen waren wir im Krisenmodus“, sagt Hoffmann. Jeden Tag kam ein Krisenstab zusammen, Maßnahmen wurden beschlossen und angepasst. Jetzt könne man sich mit der Finanzierung befassen.