Kreativ: "Benjie" versprüht Farbe im grauen Remscheid

Kreativ: "Benjie" versprüht Farbe im grauen Remscheid

Zwei blau-grüne Kolibri flattern durch den Dschungel, zwei Giraffen küssen sich in der Savanne - mitten in Remscheid. An der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/ Wilhelm-Schuy-Straße sprüht Benjamin Schmidt alias "Benjie" seit Mitte Januar die Hauswände an - natürlich im Auftrag des Hausbesitzers. Das Thema seines Kunstwerks lautet: "Von der Savanne zum Dschungel oder zurück". Zwei Elefanten trennen die beiden Landschaften von einander. "Alle Tiere sind einander zugewandt", sagt Schmidt, "mein Projekt läuft unter dem Hashtag #Liebeundso".

Zwei blau-grüne Kolibri flattern durch den Dschungel, zwei Giraffen küssen sich in der Savanne - mitten in Remscheid. An der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/ Wilhelm-Schuy-Straße sprüht Benjamin Schmidt alias "Benjie" seit Mitte Januar die Hauswände an - natürlich im Auftrag des Hausbesitzers. Das Thema seines Kunstwerks lautet: "Von der Savanne zum Dschungel oder zurück". Zwei Elefanten trennen die beiden Landschaften von einander. "Alle Tiere sind einander zugewandt", sagt Schmidt, "mein Projekt läuft unter dem Hashtag #Liebeundso".

Für den gebürtigen Wuppertaler kam der Auftrag aus Remscheid überraschend. In seinem Stadtteil, Wuppertal Elberfeld, hatten Jugendliche die Hauswand eines Gemüse- und Obstgeschäfts mit vulgären Bildern beschmiert. "Jeden Tag laufe ich dort mit meiner kleinen Tochter vorbei", erzählt der 30-jährige Erzieher, "deswegen habe ich den Ladenbesitzer gefragt, ob ich die Wand nicht übersprühen dürfte". Gerade hatte Benjamin Schmidt an einem großen Tukan gearbeitet, da sprach ihn der Remscheider Franco Lettieri an.

"Zuerst dachte ich, der Typ hat einen Knall", sagt Schmidt. Es komme nicht jeden Tag vor, dass jemand zu ihm sage: "Hier hast du 12 Meter Wand, denke groß, tob dich aus und überrasch mich". Viele Jahre zierte eine Wiese mit Hunden und Spaziergängern die Hauswand an der Konrad-Adenauer-Straße. Heute ist davon nichts mehr zu sehen; der Besitzer wollte etwas Neues. "Ich habe mich entschlossen, die Grundfarben der Wände beizubehalten und das Grün für den Dschungel zu nutzen." Dadurch konnte auf eine Grundierung verzichtet werden.

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Zwölf Stunden arbeitet Schmidt im Schnitt pro Woche an seinem Kunstwerk. Die Neugierde der Remscheider für die Farb-Arbeiten war von der ersten Sekunde an geweckt.

"Dürfen Sie das denn?" - diesen Spruch bekommt der Wuppertaler am häufigsten zu hören. "Meine Antwort lautet dann meistens: ,Nein, mir egal was der Hausbesitzer sagt'". Viele Leute kämen extra vorbei, um Giraffe, Elefant und Co. aus direkter Nähe zu betrachten und um sich vor der Wand fotografieren zu lassen. "Die Remscheider interessieren sich für meine Kunst und freuen sich, dass jemand mehr Farbe in der ansonsten so grauen Stadt versprüht", erzählt Schmidt. Es kämen auch Menschen vorbei, die sich mit ihm über Kunst unterhalten wollen. Gerne erinnert sich Schmidt an einen Mann, der sagte: "In ihrem Stil erkenne ich den berühmten Maler der Mona Lisa wieder. Hier, dieser Leonardo di Caprio." Wie lange er noch am Remscheider Dschungel und an der Savanne beschäftigt sein wird, weiß Benjamin Schmidt noch nicht. "Ich sprühe in den nächsten Tagen noch Schmetterlinge und Tukane", sagt der Künstler, "ich hoffe nur, es regnet nicht mehr so viel; das macht die Arbeit schwieriger". Für die kommenden Monate ist der 30-Jährige bereits gut ausgebucht: Zwei Aufträge hat er nach dem Start der Sprüh-Aktion in Remscheid an Land gezogen. Nach der Konrad-Adenauer-Straße geht es sofort weiter zur nächsten Hauswand eines Privathauses. Dort soll Schmidt eine Sonnenblumenwiese mit heimischen Tieren sprühen.

Laura Harlos

(RP)
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