Remscheid: Stadt sucht Tagesmütter

Remscheid : Stadt sucht Tagesmütter

Remscheid baut das Betreuungsangebot für Kleinkinder bis 2013 aus: Nicht nur Kitas versorgen sie, sondern auch Tagesmütter. Das Jugendamt sucht jetzt Bewerber. Eine Frau berichtet, warum sie Tagesmutter wurde.

Seit Februar betreut Sandra da Costa Pimentel drei einjährige Kinder als Tagesmutter. Schon jetzt sind die insgesamt fünf Tagespflegeplätze, die sie in ihrem Lüttringhauser Einfamilienhaus anbietet, ausgebucht. "Vor allem berufstätige Eltern suchen einen Betreuungsplatz, wenn das Elterngeld ausläuft und der zweite Verdienst gebraucht wird", sagt die gelernte Ergotherapeutin. Ihre Kindestagespflege nennt sie "Lütterlinge".

Tagesmutter sei sie aus Leidenschaft und weil sie diesen Beruf, Kinder und Haushalt gut unter einen Hut bringen könne. Nebenher lasse sich die Tagespflege allerdings nicht bewältigen, "es ist ein Vollzeitjob", sagt sie. Darüber sollten sich Bewerber im Klaren sein.

Das Jugendamt sucht zurzeit weitere Tagesmütter oder auch -väter. Denn in Remscheid sollen mehr Betreuungsplätze für Babys und Kleinkinder geschaffen werden, als es derzeit gibt. Das Jugendamt will bis 2013 insgesamt 900 Plätze bieten, davon 300 in der Tagespflege."Außerdem soll das Angebot Eltern bekannter gemacht werden", sagte Petra Hellmann-Wien, Fachdienstleiterin Jugend, Soziales und Wohnen, in einem Pressegespräch.

Neue Gesetze regeln den Anspruch

Zum Hintergrund: Neue Gesetze sehen vor, dass Eltern ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind ab einem Jahr haben. Ausgegangen wird von einer bedarfsgerechten Quote von 35 Prozent, sagte Peter Nowack, Abteilungsleiter für Kitas bei der Stadt. Derzeit gibt es in Remscheid 65 Betreuungsplätze bei 25 Tagesmüttern und einem Tagesvater. Diese kümmern sich um ein bis maximal fünf Kinder in der eigenen Wohnung.

"Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach Tagespflege wächst", sagte Nowack. Denn anders als Kitas, die feste Öffnungszeiten haben, können Tagesmütter Betreuungszeiten mit den Eltern abstimmen. Das sei für viele Berufstätige interessant.

"Ich komme Eltern bei den Zeiten entgegen", bestätigt Sandra da Costa Pimentel. Ein Junge wird an einem Tag über die von ihr angebotene Kernzeit, 8 bis 14.45 Uhr, hinaus betreut. 35 Quadratmeter groß ist das kindgerecht eingerichtete Spielzimmer, das sie eigens für die Tagespflege im Souterrain des Eigenheims eingerichtet hat — mit Kuschel-, Motorik- und Bauecke, Laufstall, Kindermöbeln und vielen Spielsachen. Auf der gleichen Ebene befindet sich die Küche und ein Bad.

Unter den drei Kindern, die Sandra da Costa Pimentel zurzeit betreut, ist auch die eigene jüngere Tochter. "Weil sie ein zartes Frühchen war und ich mich selber um sie kümmern wollte, entschloss ich mich Tagesmutter zu werden", sagt die Lüttringhauserin. Der Verantwortung sei sie sich bewusst. "Man ist für die Kinder ein Vorbild."

(RP)
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