Stadt Remscheid will Föderprogramm für sichere Schulwege anzapfen

Mehr Sicherheit für Schulwege : Stadt will Förderprogramm anzapfen

Mit Geld aus dem Topf für vernetzte Mobilität soll ein Konzept für alle Grundschulen erstellt werden.

„Elterntaxis“, deren Fahrer vor Unterrichtsbeginn Tag für Tag für gefährliche Situationen vor dem Schultor sorgen – zu diesem Thema kann wohl jede Grundschule ihre eigene Geschichte erzählen. Längst ist das Thema in der Schulpolitik angekommen. Die Fraktionen drängen darauf, dass die Stadt das Thema aufgreift und ein Konzept entwickelt, wie der Weg der Kinder zur Schule sicherer werden kann.

Abhilfe könnte aus dem aktuell stark in den Fokus gerückten Bereich des Klimaschutzes kommen. Wie der Leiter des Bürgeramtes, Jürgen Beckmann, im Schulausschuss berichtete, bewirbt sich die Stadt beim Land um Fördergelder aus einem Topf für die „Förderung der Vernetzen Mobilität und des Mobilitätsmanagements“.

„Es gehe dabei um mehr, als ein paar Poller vor den Schulen“, sagte Beckmann. Ziel des Programms ist es zum einen, für alle 13 Grundschulen in Remscheid zusammen mit Lehrern und Eltern Aktivitäten zu einer klimafreundlichen Mobilität zu entwickeln und Kinder sowie Eltern dafür zu sensibilisieren, dass es andere Möglichkeiten gibt, in den Unterricht zu kommen als auf den Rücksitz von Papas Auto.

Aber natürlich geht es auch um bauliche und verkehrsrechtliche Dinge, die im Umfeld der Schule geändert werden müssen, um den Schulweg dauerhaft sicherer zu machen. Das reicht von den an einigen Stellen schon eingerichteten. Eltern-Kind-Haltestellen (Kiss-and-Go-Zonen), wo Eltern ihre Kinder sicher absetzen können bis zur Frage, wie man Schulwege so sicher machen kann, dass die Eltern keine Bedenken haben müssen, ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. In diesem Feld soll eine Arbeitsgruppe aus Schule, Ordnungsamt, Verkehrswacht und Polizei gebildet werden.

Fristgerecht zum 30. September hat sich die Stadt bei der Bezirksregierung um 100.000 Euro aus dem Fördertopf beworben. 20 Prozent der Summe will die Stadt selber beisteuern. Der Auftrag soll an ein darauf spezialisiertes Büro vergeben werden, berichtete Beckmann im Ausschuss. „Wir können das alleine nicht bewerkstelligen.“

Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung über den Förderantrag fallen. Die erste Resonanz aus Düsseldorf sei positiv. Geht der Plan auf, würde die Stadt den Auftrag im Anschluss ausschreiben. Das eigentliche Projekt soll dann am 1. März des kommenden Jahres starten und hätte eine Laufzeit von 18 Monaten.

Um ihrem Antrag zusätzlichen Rückenwind zu verleihen, hat die Stadt die Remscheider Grundschulen gebeten, einen so genannten „Letter of intent“ zu verfassen, um ihre Unterstützung für das Projekt zu signalisieren.

„Ich finde gut, dass wir das gefördert bekommen“, sagte Jutta Velte, schulpolitische Sprecherin der Grünen. Die Lösung dieses Problems sei „überlebenswichtig“, betonte die SPD-Sprecherin im Ausschuss, Erden Ankay-Nachtwein. Von Beckmann wollte sie wissen, wie der Plan B der Stadt aussehe, „wenn das Geld nicht kommt“. „Es gibt keinen Plan“, sagte Beckmann. Aus eigener Kraft sei das Thema für sein Amt nicht zu stemmen.