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Stadt Remscheid schließt wegen Coronavirus Schulen und Kindergärten

Notfallpläne wegen des Coronavirus in Remscheid : Stadt schließt Schulen und Kitas

Um die Gesundheit der Bürger so gut wie möglich vor einer Übertragung des Coronavirus zu schützen, hat der Krisenstab der Stadt Remscheid eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die sofort Gültigkeit haben.

Ab Montag haben alle Remscheider Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Damit folgt die Stadt einer Anweisung der Landesregierung. In den Schulen müssen bis Mittwoch noch Lehrer anwesend sein, um organisatorische Dinge zu regeln. Die Stadt hat sich mit dem Jugendamt und dem Verein „Die Verlässliche“ darauf verständigt, dass es eine Notbetreuung geben wird (Telefonischer Kontakt: 0 21 91/16 28 93). Ob an allen Schulen oder an ausgewählten, steht noch nicht fest.

Doch nur ein ausgewählter Personenkreis darf die Betreuung in Anspruch nehmen. Er gilt für Kinder bis zur sechsten Klasse. Bei den Eltern muss es sich um Personen handeln, die im Gesundheitswesen arbeiten, wie etwa Ärzte, Krankenpfleger, Altenpfleger oder Apotheker, oder die bei der Feuerwehr und der Polizei angestellt sind. „Wir tun alles, damit das Gesundheits- und Sicherheitssystem in dieser Stadt weiter funktioniert“, sagte Sozialdezernent Thomas Neuhaus.

Auch die Stadverwaltung wird in wichtigen Bereichen weiterarbeiten. Das gilt zum Beispiel für Mitarbeiter im Sozialamt oder dem Job-Center. Wer Hilfe für existenziell wichtige Leistungen braucht, der wird bedient. Auch das Anmelden von Autos, die für den Betrieb von Unternehmen wichtig sind, soll weiter im Ämterhaus möglich sein. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz  betonte aber, dass wirklich nur notwendige Zulassungen beantragt werden sollen. „Mit der Verlängerung eines Personalausweises kann man auch noch vier Wochen warten“, sagte der OB.

Für alle Remscheider Altenheime und das Sana-Klinikum gibt es eine restriktive Besucherregelung. Die Entscheidung, wer als Besucher kommen darf, obliege zwar den Altenheimen. Gesundheitsamt-Leiter Dr. Frank Neveling machte aber deutlich, dass eine Infektion in einem Altenheim dramatische Auswirkungen habe und das Leben vieler älterer Menschen bedrohe. Daher rät er von Familienbesuchen ab. Ausnahme könnte aber die Sterbebegleitung bilden.

Ab Montag erhält das Gesundheitsamt personelle Verstärkung. Neveling ist es gelungen, zehn Remscheider Ärzte aus dem Ruhestand zu holen. Sie helfen bei der telefonischen Beratung und unterstützen bei den Abstrichen im Verdachtsfall. Neveling wies darauf hin, dass sich nur Leute melden sollen, die Symptome haben. Ein Abstrich auf Verdacht mache keinen Sinn und wiege die Menschen in falscher Sicherheit. Zudem sei es eine ökonomische Katastrophe, denn ein Test kostet 150 Euro. Wer sich testen lassen will, müsse sich vorher anmelden. Das Sana-Klinikum und etwa zehn Arztpraxen in Remscheid hat das Gesundheitsamt mit Schutzkleidung und Notfallausrüstung versorgt. „Ich gehe optimistisch in die nächste Woche. Wir sind gut aufgestellt.“, sagte Neveling.

Im Senioren-Büro am Markt 13 gibt es Ansprechpartner, die alten Menschen helfen, um ihr tägliches Leben zu organisieren. Der Risikogruppe wird empfohlen, so wenig wie möglich soziale Kontakte zu haben. Im Senioren-Büro existiert eine Liste mit Adressen für Lieferservice für Lebensmittel oder für Medikamente.

Die Stadt hat alle Veranstaltungen auf ihrem Gebiet untersagt. Alle kulturellen Einrichtungen sind geschlossen. Im Kino dürfen keine neuen Karten mehr verkauft werden. Kämmerer Sven Wiertz wies darauf hin, dass Kommune, Land und Bund überlegen, wie die Einnahmeausfälle abgefedert werden können. Wirtschaftsunternehmen, die in Schwierigkeiten kommen, gewährt die Stadt einen Aufschub der Gewerbesteuer. „Wir wollen alles von unserer Seite tun, damit gesunde Unternehmen nicht in eine Insolvenz geraten“, sagte Wiertz.