Remscheid: Stadt prüft Möglichkeit für neue OGS-Räume

Remscheid : Stadt prüft Möglichkeit für neue OGS-Räume

Im Jugendhilfeausschuss wurde über Qualitätskriterien diskutiert. 2405 Kinder werden betreut.

Auf die Situation der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) in Remscheid gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Zum einen bietet sie Anlass zu viel Lob, zum anderen kristallisieren sich Kritikpunkte heraus. In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses trafen beide Sichtweisen aufeinander.

Marion Kriwald von der OGS-Eisernstein - eine von drei Vertreterinnen, die die OGS-Situation im Ausschuss darstellte - kritisierte die Arbeitsbedingungen. Es sei kaum möglich, das "Wohl des Kindes" in den Mittelpunkt zu stellen, sagte sie. Als Ursache nannte sie den Mangel an Platz, zu wenig Personal und eine zu schlechte Bezahlung der Erzieherinnen. An manchen Schulen werden bis zu 175 Kinder betreut. Die Kinder verbringen bis zu zehn Stunden am Tag in großen Gruppen, eine Möglichkeit zum Rückzug gebe es nicht. Das sei aber für viele Kinder ein großes Bedürfnis. Kritisiert wurde der Mangel an Vollzeitstellen. 26,5 Stunden reichten vielen Erzieherinnen nicht aus. Kriwald beklagte, dass nicht immer nach Tarif bezahlt werde. "Wir wünschen uns, das so eine wichtige Arbeit für die Kinder mehr gefördert und unterstützt wird", sagte Kriwald.

In diesem Schuljahr werden insgesamt 2405 Kinder in einer OGS betreut. Die Finanzierung der OGS basiert auf zwei Säulen. Das Land leistet 70 Prozent und die Kommune hat einen Eigenanteil von mindestens 30 Prozent des Gesamtbetriebskostenzuschusses pro Regelkind zu erbringen. Die Stadt Remscheid leistet sich seit Einführung der OGS einen höheren Eigenanteil von 47 Prozent. Eine Steigerung von drei Prozent sei vereinbart.

Sozialdezernent Thomas Neuhaus bezeichnete die OGS als eine Erfolgsgeschichte. 61 Prozent der Grundschulkinder besuchen in Remscheid eine OGS. In anderen Städten liege der Anteil bei 30 Prozent. "Das ist typisch Remscheid, dass hier etwas als defizitär betrachtet wird, wonach andere sich die Finger lecken", sagte Neuhaus. Ralf Noll, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit, widersprach Neuhaus. "Wenn man an einem System Kritik übt, heißt das nicht, dass man es schlecht macht."

Jutta Velte (Grüne) forderte, ein Konzept zu entwickeln, das "standortscharf" aufzeigt, wie es weitergehen soll mit der OGS. Neuhaus sicherte zu, dass die Stadt gemeinsam mit den Schulen und Trägern prüfe, wo es Möglichkeiten gebe, neue OGS-Räume zu schaffen. Auch die Anregung des Qualitätszirkels nach einer stärkeren Verzahnung von Unterricht und Betreuung solle verbindlich umgesetzt werden.

(RP)
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