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Stachelhausen: Viele Ideen fürs grüne Wohnzimmer

Stadtplanung : Viele Ideen fürs grüne Wohnzimmer

Die Planungswerkstätten mit Bürgern zum geplanten Quartiersplatz in Stachelhausen bringen jede Menge Anregungen. Nun sind die Planer am Zug, um daraus einen überzeugenden Entwurf zu gestalten. Im Oktober trifft man sich wieder.

Am Ende war kaum noch Platz auf den vier Stellwänden, um die auf Kärtchen notierten Ideen allesamt aufzuhängen. In vier Arbeitsgruppen diskutierten Anwohner in dieser Woche mit Mitarbeitern des Stadtumbaumanagements über die Gestaltung des geplanten Quartiersplatzes, der sich von der Trasse des Werkzeugs bis hinauf zum Jugendzentrum Kraftstation erstrecken wird.

Die insgesamt 4000 Quadratmeter große Fläche weckt die Phantasie. Ein Platz zum Radfahren könnte hier entstehen, ein Bouleplatz, eine Veranstaltungsfläche, ein Wasserspielplatz für Kinder, eine Picknick-Fläche – um nur einige Ideen zu nennen.

Manche Vorschläge greifen auch die besondere Topographie des Geländes auf, das an der Honsberger Straße einen Höhenunterschied von 13 Metern überwindet. Ein in den Hang gebautes Amphitheater wurde vorgeschlagen. Oder eine lange Rutsche, die am Rand des Geländes postiert werden soll.

Sauberkeit, Ordnung und soziale Kontrolle spielen in vielen Überlegungen eine Rolle. Wer kümmert sich um den Platz? Soll Grillen hier erlaubt werden oder doch besser nicht? Wie verhindert man Vandalismus?

Mancher Vorschlag bezieht das Jugendzentrum Kraftstation als Nachbarn ein. Das könnte, so der Vorschlag, ein gastronomisches Angebot für die Nutzer der unter dem Arbeitstitel „Grünes Wohnzimmer“ firmierenden Fläche bereithalten, eventuell auch Programm auf dem Platz anbieten.

An den vier Themen-Tischen, an denen im Wechsel alle Teilnehmer Platz nahmen, saß auch Juliane Kopperschmidt und hörte aufmerksam zu. Ihr Planungsbüro BAS mit Sitz in Dortmund hat bereits 2009 im Auftrag der Stadt eine erste Planungsidee für das Gelände erstellt.

Nun wird BAS in den kommenden Wochen die Vielzahl der Anregungen in einem Entwurf bündeln. „Was wir heute gehört haben, reicht für drei Plätze“, sagt Juliane Kopperschmidt.

Sie gibt zu bedenken, dass das starke Gefälle bei vielen Vorschlägen bedacht werden muss. Nicht umsonst arbeitet ihr Vorschlag von 2009 mit mehreren Terrassen, die das Gelände strukturieren.

Schon im kommenden Oktober soll die Entwurfsplanung vorliegen, die dann in Remscheid präsentiert wird. Dann können die Workshop-Teilnehmer sehen, was aus ihren Ideen geworden ist. Begleiten wird den Prozess auch Landschaftsarchitekt Thomas Dietrich von der Planergruppe Oberhausen. Sein Büro ist für die Umsetzung der Pläne zuständig.

Bis zum nächsten Treffen wird vor Ort schon einiges passiert sein. Die Baustelle ist eingerichtet. Im Inneren der Räume unterhalb der Kraftstation, die vor langer Zeit vom Stadtarchiv und der städtischen Zulassungsstelle genutzt worden waren, wird das Gebäude bereits für den Abriss vorbereitet, der im Oktober beginnen soll.