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Stabile Preise auf dem Wohnungsmarkt

Immobilien-Börse in Remscheid : Stabile Preise auf dem Wohnungsmarkt

Bei der Immobilienbörse der Sparkasse präsentieren sich 29 Aussteller. Es gibt mehr Kaufinteressenten als Angebote.

Was in Nachbarstädten wie Köln und Düsseldorf für viele Menschen unerschwinglich ist, der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses, ist in Remscheid immer noch im Bereich des Möglichen. Ursula Heners, neue Leiterin des Immobilien- und Versicherungscenters der Sparkasse, verglich zwei Angebote aus Köln und Remscheid. Ein Reihenendhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche. In Köln kostet es 750.000 Euro, in Remscheid 280.000 Euro.

„Wir haben in Remscheid einen gesunden Markt“, sagt Herbert Thelen, Mitglied des Sparkassenvorstandes. Es gebe mehr Kaufinteressenten als Angebote. Wie sehr Immobilien in Remscheid gefragt sind, verdeutlicht die Summe von 15,6 Millionen Euro, die die Sparkasse bei der Vermittlung von Immobilien erwirtschaft hat. Das ist eine Steigerung von 65 Prozent gegenüber dem Jahr 2018. Der Remscheider Immobilienmarkt bestehe aber nicht aus einer Blase. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Immobilien zwar immer etwas angestiegen. Thelen geht jedoch davon aus, dass die Preise in Remscheid in den nächsten Jahren stabil bleiben. Der Preisanstieg beim Neubau sei vor allem den gestiegenen Baukosten geschuldet, so Thelen.

Bei der Immobilien-Börse am 14. März in der Hauptstelle an der Alleestraße präsentieren 29 Aussteller ihre Angebote rund ums Haus. Vertreten sind verschiedene Makler mit ihren Angeboten, aber auch Handwerker und Versicherer. Die Sparkasse als Veranstalter erwartet wieder mehr als Tausend Besucher.

Ob jemand sich aus Sicht der Bank eine Wohnung oder ein Haus leisten kann, hängt nicht mehr wie früher vom eigens gesparten Kapital ab. „Für uns ist entscheidend, ob er ein nachhaltiges Einkommen hat“, sagt Thelen. Wichtig sei, dass die Ausgaben fürs Wohnen und die Rückzahlung der Kredite nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens übersteigen. Die Sparkasse bietet wie andere Banken auch eine 100-Prozent-Finanzierung an. Ein Kredit sollte innerhalb von 30 bis 35 Jahren abgezahlt sein. Bei der Tilgungsrate sei man flexibel. Zu Beginn könnten höhere Raten vereinbar werden. Wenn Nachwuchs kommt, gibt es entsprechend niedrigere Zahlungen. Bei einem so genannten „Kann-ich-mir-leisten-Gespräch“ soll der Kunde vor einer finanziellen Überforderung geschützt werden und die Bank vor einem Kreditausfall. Usula Heners zufolge gebe es immer wieder Kunden, die ihre finanziellen Verhältnisse zu blauäugig einschätzen.

Wer sein Haus oder seine Wohnung verkaufen will, habe keine Probleme. „Der Preis muss aber zum Wert der Immobilie passen“, sagt Thelen. Um eine erste Einschätzung über den Marktpreis zu bekommen, bietet die Sparkasse einen Online-Service an, der eine Wohnwertanalyse vornimmt. Thelen plädiert für die Einschaltung eines Maklers. „Der kann ohne Emotionen einen Ausgleich zwischen den Vorstellungen des Käufers und des Verkäufers ermitteln“, sagt Thelen. Für den Immobilienmarkt sei auch die demographische Entwicklung der Stadt wichtig. Auch der Ausbau der örtlichen Infrastruktur und eine verbesserte Verkehrsverbindung zu Nachbarstätten wie Köln und Düsseldorf würde sich positiv auf den Wohnungsmarkt auswirken. So könnten mehr junge Familie nach Remscheid gelockt werden, weil die Welt hier preislich noch in Ordnung sei.