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Remscheid Sportbund: Mit G 9 ändert sich der Bedarf an Sportflächen

Remscheid · Klassenräume, Fachräume für Unterricht in den Naturwissenschaften, Hausmeisterwohnungen, Mensabereiche oder Ruheräume. In seinem Gutachten über die Auswirkungen der Rückkehr zum neunjährigen Weg zum Abitur (G 9) auf den zukünftigen Raumbedarf an den vier Remscheider Gymnasien hat der Gutachter Dr. Detlef Garbe im Auftrag der Stadt genau hingeschaut.

Sein Fazit: Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen gibt es an den Schulen viel Handlungsbedarf, um die räumlichen Voraussetzungen für einen guten Weg zum Abitur zu schaffen. Auf rund fünf Millionen Euro schätzt Garbe die nötigen Investitionskosten. Was die Rückkehr zu G 9 für die Sportflächensituation in Remscheid bedeuten wird, zeigt Garbe allerdings nicht auf. Diese Frage gehörte nicht zu seinem Arbeitsauftrag.

Aus Sicht des Remscheider Sportbundes ist das ein großes Versäumnis. Denn die Sporthallen und -plätze an den Schulen werden auch von den Sportvereinen intensiv genutzt. Steigt der Bedarf der Schulen an Hallen- und Platzzeiten, hat das automatisch Auswirkungen auf den Vereinssport. Man habe die Stadt bereits vor einem Jahr auf dieses Thema hingewiesen, sagt Sportbundsgeschäftsführerin Daniela Hannemann. Leider sei die Frage nicht in den Auftrag an das Büro Garbe aufgenommen worden. Hannemann ist überzeugt: Vor dem Hintergrund von G 9 braucht Remscheid eine Verknüpfung der Schulentwicklungsplanung mit dem von der Uni Wuppertal entwickelten Sportflächen-Entwicklungsplan.

Werde die Sportflächenplanung nicht angepasst, werde es eng, sagt Hannemann. Aktuell steuere die Stadt etwa in der Innenstadt auf eine Raumknappheit zu. Der ins Auge gefasste Bau einer Dreifach-Turnhalle an der Albert-Einstein-Gesamtschule als Ersatz für die marode vorhandene Halle werde nicht ausreichen, um den Bedarf der Innenstadt-Schulen für ihren Sportunterricht zu decken. "Wir haben hier eine Unterdeckung."

Das von der Wählergemeinschaft (W.i.R.) durch eine Nachfrage in der Sitzung des Sportausschusses am Mittwochabend auf die Agenda gesetzte Thema wurde von den anderen Fraktionen sofort aufgenommen. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. CDU-Sprecher Alexander Schmidt forderte die Stadt auf, Zahlen zu liefern. Viel Zeit bleibt nicht. Zwar entfaltet die Rückkehr zu G 9 an den Gymnasien erst 2026 die volle Wirkung. Aber schon zum Haushaltsjahr 2020/2021 müssten Gelder für die neuen Schulräume eingeplant sein, sagte Garbe. Ein Zeitplan, der auch die Sportflächenplanung beeinflusst.

(hr)