Remscheid: Sportbund-Chef übt Kritik an Stadt

Remscheid: Sportbund-Chef übt Kritik an Stadt

Sportbund-Vorsitzender Reinhard Ulbrich bleibt weitere zwei Jahre im Amt und mit ihm sein gesamter Vorstand. So entschieden die Mitglieder auf der diesjährigen Hauptversammlung am Freitagabend, die den ehemaligen Oberbürgermeister ohne Gegenkandidaten zum nun schon zehnten Mal wiederwählten.

Die Sportvereine dürften wissen, was sie an Reinhard Ulbrich haben. Für einige ein Zeitgenosse, der sich mit viel Elan und Herzblut für die Interessen seiner Mitglieder einsetzt und dabei häufig auch aneckt, besonders bei der Stadtspitze. Die erhielt auch diesmal wieder Kritik. In einer Rede wies der Sportbund-Chef auf Punkte hin, die seiner Meinung nach nicht richtig laufen.

Zum einen geht es um die Umgestaltung der Sportanlage in Reinshagen. Das Kernproblem sei ein fehlendes Konzept für alle drei Plätze. Ein weiterer Punkt, den Ulbrich bemängelte, ist der Bau der Dreifachsporthalle. In der jetzigen Konzeption fehle es für den Vereinssport an einer Tribüne und Parkplätzen.

Zudem sei die Halle nicht für den Rollschuhsport geeignet und "das Thema Schlüsselgewalt, sowie, in wie fern Vereinssport in den Ferien in der Halle laufen kann, ist nicht geklärt", so Ulbrich. Seine Forderung: Der Sportbund möchte bei der Planung solcher Hallen mit am Tisch sitzen.

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Die geplante Standortprüfung, wo die Halle gebaut werden soll, sieht Ulbrich als Zeitverschwendung. Um schnell voranzukommen, sprach er sich dafür aus, die marode Halle der Albert-Einstein-Gesamtschule zu erneuern und den Ansprüchen aller Parteien anzupassen. Weitere Punkte auf Ulbrichs Liste waren die Belegung der Sporthalle Hackenberg sowie die mangelnde Kommunikation zwischen Sportbund und Sportverwaltung.

"Ich finde unsere Zusammenarbeit ganz angenehm und schätze ihre Offenheit", sagte Sportdezernent Thomas Neuhaus, der aufmerksam den "Attacken" Ulbrichs gefolgt war, ihm aber auch gleich den Wind aus den Segeln nahm. Dass die Verwaltung eine Zusammenarbeit mit dem Sportbund scheue, widersprach er. "Vielleicht brauchen wir noch ein kleines Feintuning."

Zu Reinshagen äußerte Neuhaus, dass auch er sich ein Gesamtkonzept wünsche, die Entscheidungsträger aber im Rat sitzen. "Als Verwaltung müssen wir uns an Beschlüsse halten." Ebenso sei der Bau der Dreifachhalle erst mit dem Doppelhaushals 2019/2020 möglich.

(sebu)