Leichtathletik: Zabel siegt in der alten Heimat, Velten steigt aus

Leichtathletik : Zabel siegt in der alten Heimat, Velten steigt aus

So schnell war Sascha Velten beim Röntgen-Marathon noch nie im Ziel. Nur zweieinhalb Stunden nach dem Start schlenderte der Vorjahressieger im Eschbachtal durch den Zielbereich. Im frischen Jogginganzug, ohne eine Schweißperle auf der Stirn.

"Ich bin die letzten Kilometer mit dem Taxi gefahren", berichtete der Remscheider, dem bei Kilometer 18 die Beine schwer wurden. Nach 25 Kilometern riss er sich schließlich die Startnummer von der Brust, bevor er 2000 Meter weiter einen Polizisten auf der Solinger Straße bat, ein Taxi zu rufen. Velten: "Der nette Fahrer hat mich verschwitzt mitgenommen und musste dann noch warten, bis ich von meinem Vater Geld geholt hatte."

Es war das zweite Mal nach 2008, als er beim Ultra nach 50 Kilometern ausstieg, dass der Lokalmatador freiwillig in den "Besenwagen" steigen musste. "Laufen hat für mich momentan keine Priorität, darum bin ich auch nicht enttäuscht", sagte der LTV-Runner, der sich kaum auf den Wettbewerb vorbereitet hatte.

Velten war das Rennen schnell angegangen, um für seine Ultra-Staffel (wurde Dritter) die bestmögliche Zeit herauszuholen. Der Plan ging auf, doch dann zwickte es in der Muskulatur. Velten: "Ich habe mich dafür entschieden, morgen zur Arbeit zu gehen, statt mit Muskelkater im Bett liegenzubleiben." Die Kraft, Staffel-Kollegin Claudia Niemeyer entgegenzujoggen, hatte er aber noch.

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Auch Benjamin Jungbluth musste beißen. Der 31-jährige Lenneper, der für den RSV Unna startet, kam nach 3.01:17 Stunden wie im Vorjahr als Zweiter ins Ziel, weil er sich verkalkuliert hatte: "Ich habe mich zu Beginn an Sascha Velten gehängt, weil ich nicht wusste, dass er auch für die Staffel läuft. Als ich das gemerkt habe, hatte ich schon zu viel Körner gelassen."

Oben auf dem Podest stand Philipp Zabel (Biebelried), der auch die Deutsche Ärztemeisterschaft für sich entschied. Nach 2.54:29 Stunden überquerte der gebürtige Remscheider die Ziellinie. "Das Rennen ist nach Plan gelaufen. Im nächsten Jahr versuche ich, meinen Titel zu verteidigen", sagte Zabel, der erstmals einen Marathon gewann.

Markus Teich (LK Klauke Remscheid) sicherte sich bei seinem erst zweiten Marathonstart in 3.08:54 Stunden Platz drei und damit auch die Stadtmeisterschaft. "Ich hatte gute und schlechte Phasen auf der Strecke. Die guten haben überwogen", sagte der Remscheider, der 36 Minuten schneller war, als bei seinem letzten Marathon vor zwei Jahren. Seine Familie kam sogar zu spät ins Eschbachtal, um das Zielfoto zu machen.

Bei den Frauen siegte Jacqueline Funke (ASC Düsseldorf) in 3.25:33 Stunden vor Birte Bannert (3.38:30; Wuppertal) und Sonja Wallrad (3.40:10; Bochum). "Ich hatte kurz vor dem Start nachgemeldet und bin froh, dass ich es getan habe", sagte die 41-jährige Funke. Die zweitplatzierte Bannert war ebenfalls zufrieden: "Für mich war es der erste hügelige Marathon, die Strecke war wunderschön." Mit Andrea Switala war auch eine Remscheiderin schnell unterwegs. Die Athletin von der Lenneper TG kam nach 3.54:23 Stunden ins Ziel und feierte als Sechste den Stadtmeistertitel.

(RP)