Fußball : Warten auf ein Wunder

Niederlagen auf der ganzen Linie für die Kreisvertreter in der Fußball-Bezirksliga: Vor allem Radevormwald, aber auch der BV 10 und Türkgücü stecken weiter in der Krise. Das Abstiegsgespenst geht bei dem Trio um.

Berghausen - BV 10 Remscheid 5:2 (1:1) – „Wir stehen wie Cola-Büchsen auf dem Platz – so gewinnt man keinen Blumentopf“, ärgerte sich BV 10-Spielertrainer Ramazan Dagdas über die desolate Leistung seiner Mannschaft. Kam diese durch ein Tor in der ersten Minute von Metin Aktas noch durchaus gut ins Spiel, war der Faden nach dem Ausgleich jedoch gerissen (10.). Es spielte nur noch eine Mannschaft, und das waren die Gastgeber. Diese zogen nach der Pause schnell auf 3:1 davon und ließen sich auch nicht vom zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Haydar Tirifi beirren (62.). Denn die Reaktion der Berghausener folgte auf dem Fuße: das 4:2 nach 65 Minuten. Trauriger Höhepunkt der zweiten Halbzeit: Dagdas musste, um mit seinem Team nicht völlig unter zu gehen, seinen Co-Trainer Christian Kupfer einwechseln (75.). Doch auch davon wachten die Remscheider nicht mehr auf. Im Gegenteil: Eine Undiszipliniertheit von Aktas nur eine Minute später sorgte für den endgültigen K.o. der Dagdas-Schützlinge, welche nach 85 Minuten auch noch das fünfte Tor hinnehmen mussten. Dagdas: „So, wie wir derzeit spielen, schlägt Richrath uns nächste Woche sogar im Suff.“

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TSV Gruiten – SpVg. Radevormwald II 5:1 (2:1) – Am Kollenberg geben sich momentan Aufstiegs-Helden und Abstiegs-Sorgenkinder die Klinke in die Hand. Während die erste Mannschaft letzte Woche in Hilden den Aufstieg in die Verbandsliga perfekt machte, sind Bezirksliga-Kicker meilenweit vom rettenden Ufer entfernt. Trainer Michael Schulte brachte es auf den Punkt: „Wir sind heute in der Asche von Gruiten untergegangen.“ Schon nach 20 Minuten schien die „Mission Klassenerhalt“ für die Kollenberger gescheitert: Gäste-Torwart Nenad Radanovic hatte zu dieser Zeit schon zweimal hinter sich greifen müssen, und auch spielerisch lief man wie bereits die ganze Saison nur noch hinterher. Zwar gelang Stefano D’Amico nach 30 Minuten das Anschlusstor, doch spätestens in der zweiten Halbzeit wurden die Knie der Gäste unter der Last des Gewinnenmüssens immer wackeliger. Die Folge: Tore am Fließband für Gruiten. Als der Torhunger nach 80 Minuten gestillt war, hieß es 5:1 für die Gastgeber. Schulte: „Uns kann nur noch ein Wunder helfen.“

VfB Solingen – Türkgücü Remscheid 1:0 (0:0) – „Ohne Tore keine Punkte“, fasste Türkgücü-Manager Isa Tekin nach dem Spiel die Leistung der Remscheider kurz und präzise zusammen. Somit müssen im nächsten Spiel gegen Britannia Solingen drei Punkte her, um nicht noch am letzten Spieltag den Rechenschieber herausholen zu müssen. Von Anfang an war wenig Dampf in der Partie und es schien, als hätten die Gäste den Ernst der Lage noch nicht begriffen, denn nur noch vier Punkte trennen sie von einem Abstiegsplatz. Doch auch nach der Pause war die Partie von viel Leerlauf geprägt. Erst als die Solinger nach 70 Minuten durch einen Fehler in der Gäste-Defensive zum glücklichen 1:0 kamen, rieben sich die ersten Remscheider den Schlaf aus den Augen. Leider zu spät, um das Tor der Gastgeber noch annähernd in Gefahr zu bringen. Tekin: „Unter Druck gelingt uns einfach nichts.“

(RP)