Leichtathletik: Von Extremisten und Globetrottern

Leichtathletik : Von Extremisten und Globetrottern

Die "13" war keine Unglückszahl, die schwarze Katze auf den Lauf-T-Shirts kein Bote des Schreckens: Der 13. Röntgenlauf lief gestern wie geschmiert. Sicher: Das Wetter, das am Morgen plötzlich sonnig und klar war, hielt nicht dauerhaft, was es versprach. Aber durch ein paar heftige Windböen und Regengüsse ließen sich die rund 3100 teilnehmenden Sportler die Laune nicht verderben. "Wir sind rundum zufrieden, alles hat reibungslos geklappt", resümierte auch Remscheids Sportamtsleiter Bernd Fiedler – stellvertretend für die Organisatoren und die vielen ehrenamtlichen Helfer, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Die "13" war keine Unglückszahl, die schwarze Katze auf den Lauf-T-Shirts kein Bote des Schreckens: Der 13. Röntgenlauf lief gestern wie geschmiert. Sicher: Das Wetter, das am Morgen plötzlich sonnig und klar war, hielt nicht dauerhaft, was es versprach. Aber durch ein paar heftige Windböen und Regengüsse ließen sich die rund 3100 teilnehmenden Sportler die Laune nicht verderben. "Wir sind rundum zufrieden, alles hat reibungslos geklappt", resümierte auch Remscheids Sportamtsleiter Bernd Fiedler — stellvertretend für die Organisatoren und die vielen ehrenamtlichen Helfer, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Welche Faszination der Röntgenlauf ausübt, wird auch in seinen Extremen deutlich: Roland Riedel ist aktuell Deutscher Meister im 24-Stunden-Lauf in der Altersklasse 50. Gestern startete er gemeinsam mit seiner Freundin Sigrid Hoffmann (unter anderem Deutsche Meisterin in der AK 45 über 100 Kilometer) auf der Ultra-Strecke über 63,3 Kilometer. "Als Genussläufer", wie Riedel sagte. Darüber können andere Normalo-Läufer nur staunen. Doch was seinen Start erst recht besonders machte: Der 49-Jährige aus Oberhausen war bereits in der Nacht zum Sonntag um ein Uhr beim "Dreamtime Marathon" im niederländischen Stein gestartet, kam dort nach 3.27 Stunden ins Ziel, hatte sich anschließend ins Auto gesetzt, war nach Remscheid gefahren und hatte dort vor dem Ultra-Start nur ein kurzes Nickerchen auf einer Gymnastik-Matte gemacht. "Ja, ich bin ein Verrückter", gibt Riedel zu. Aber auch die machen den Röntgenlauf Jahr für Jahr aus.

Gleiches gilt für die Globetrotter. Wie zum Beispiel Andrea Moritz. Seit 27 Jahren lebt die Lenneperin in Kanada, arbeitet inzwischen als Pressesprecherin fürs Transportministerium der Regierung in Ottawa. Aber wenn der Röntgenlauf ruft, versucht die 46-Jährige in die alte Heimat zu kommen. Um zu laufen (Halbmarathon, Marathon und 100km-Lauf hat sie schon absolviert), aber auch um ihre Familie zu besuchen. In diesem Jahr konnte Moritz nicht starten. Ein verstauchter Knöchel machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Dafür lief ihr Mann Marc Pelosse den Ultra. Nach 5.30 Stunden wurde er 17. der Gesamtwertung. Freunde und Familie hat's gefreut. Andrea Moritz auch. Am Dienstag geht's zwar wieder zurück nach Kanada, aber der nächste Start kommt bestimmt. "Ich freue mich darauf", sagt die ehemalige Rögy-Schülerin.

Auch das ist der Röntgenlauf.

(RP)
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