Handball: TuS landet Transfer-Coup

Für die Torhüter-Position angelt sich der Wermelskirchener Handball-Drittligist die Dienste von Almantas Savonis. Der 116-malige litauische Nationalspieler kommt von Zweitligist HSG Düsseldorf zum Schwanen.

195 Zentimeter lang, Hände wie Bratpfannen, ehemaliger Nationalspieler – der Mann ist in jeder Hinsicht kein Leichtgewicht. Und er spielt in der kommenden Saison für Handball-Drittligist TuS Wermelskirchen. Keine Frage: Mit der Verpflichtung von Torhüter Almantas Savonis haben die "Dellmänner" einen echten Transfer-Coup gelandet.

Nachdem Roland Mainka im Ausland studieren wird und Tobias Geske zur SG Langenfeld wechseln will, begab sich der TuS auf die Suche nach Ersatz – und wurde über den Umweg von Rechtsaußen Frank Berblinger fündig. Der stellte den Kontakt zu seinem ehemaligen Mitspieler bei der HSG Düsseldorf her. Danach ging alles ganz schnell. "Bei unserem ersten Treffen wussten wir nach fünf Minuten, dass es passt", schildert Michael Stock (Projektleiter Leistungssport) die erste Kontaktaufnahme, "nach 45 Minuten wusste es auch ,Alma'."

Der 42-jährige Litauer wurde in Druskininkai geboren, ging später ins Jugendinternat von Granitas Kaunas und wurde mit diesem Klub Serienmeister seines Heimatlandes. 1998 wechselte er erstmals in Ausland: Über Karlovac (Kroatien) kam er zum SC Magdeburg, mit dem er 1999 den EHF-Pokal gewann. Über Dessau, Saragossa (Spanien) und Rostock ging es 2002 zur HSG Düsseldorf.

Für sein Heimatland Litauen absolvierte Savonis 116 Länderspiele und nahm 1997 an der Weltmeisterschaft sowie 1998 an der Europameisterschaft teil. "Ich glaube, wir haben da einen ziemlich guten Fang gemacht", freute sich Stock über den Coup, der zunächst für ein Jahr Gültigkeit besitzt.

Zweiter Torhüter neben Savonis wird das junge Eigengewächs Max Conzen. Unklar ist noch die Situation um Tobias Geske. Von der BM-Veröffentlichung, dass Geske zum Oberligisten SG Langenfeld wechseln will, zeigte sich Stock "überrascht": "Wir überlegen zurzeit noch, ob wir bei ihm die vertraglich vereinbarte Option ziehen werden."

Auch sonst hat der Kader des TuS für die kommende Spielzeit überwiegend klare Konturen angenommen: Frank Berblinger, Lukas Tebbe, Christoph Gelbke, Johannes Sonnenberg, Tobias Schwolow, Dirk van Walsem, Stefan Bauerkamp, Julian Renninger und "Calle" Wagner sind für die neue Saison ebenso fest "gebucht" wie Niklas Sichelschmidt (kommt aus der zweiten Mannschaft). Bei Martin Wozniak soll noch die gesundheitliche Entwicklung abgewartet werden, auch Thomas Küster ist beim TuS weiterhin ein Thema. Offen ist lediglich noch die Zukunft von Linksaußen Johannes Clausing. Für die Links- und Rechtsaußenpositionen sowie für den rechten Rückraum befinden sich die Wermelskirchener nach Angaben von Stock in Gesprächen mit Spielern.

Insgesamt ist Stock "sehr zufrieden, dass wir den Kern der Mannschaft gehalten haben". Und er glaubt: "Wenn alle noch offenen Fragen geklärt sind, haben wir eine stärkere Mannschaft als in diesem Jahr. Allerdings wird auch die Liga in der neuen Saison stärker. Deswegen wäre es fahrlässig, jetzt Prognosen über Platzierungen abzugeben."

(RP)
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