Fußball SV 09/35: Orientierungsfahrt in der achten Liga

Vom Wiederaufstieg nach dem Abstieg spricht man nicht beim Fußball-Bezirksligisten SV 09/35 Wermelskirchen. Stattdessen heißt es offiziell: "Wir wollen uns in der neuen Liga orientieren." Damit vermied Fußballobmann Hartmut Pfeiffer am Samstag beim Pokalspiel gegen Viersen eine klare Antwort auf die Frage nach dem Saisonziel.

Das war ganz im Sinne des SV-Vorsitzenden Lothar Weber, der sich kurz und bündig anschloss: "Damit ist doch alles gesagt." Ist es. Denn tatsächlich ist die Mannschaft von Trainer Lothar Steinhauer in ihrer derzeitigen Konstellation kein Aufstiegskandidat. "Ich hoffe, der Vorstand hat gesehen, dass wir noch zwei, drei neue Spieler brauchen", kündigte Steinhauer gleich nach der Partie bereits weiteren Bedarf an Verstärkungen an. Natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass dies auch finanziell möglich ist. Ein paar Kandidaten habe er parat, ließ Steinhauer wissen. Im Übrigen vermied auch er es, den Wiederaufstieg als Ziel zu nennen und begnügte sich mit der Losung, man wolle versuchen, "so weit wie möglich oben mitzuspielen".

Die Frage, ob man sich weitere personelle Zuschläge genehmigen soll, wurde während des Pokalspiels noch einmal verstärkt aktuell. Denn mit Thorsten Frohn und Marc Oliver Schmitt fielen zwei weitere Akteure verletzt aus, so dass die Reihen im Wermelskirchener Lager bereits bedenklich gelichtet sind, bevor es am kommenden Sonntag in der Meisterschaft erstmals ernst wird. Sebastian Proksza, Esmir Zlatanovic, Pierre Maywald und Neuzugang Christian Frank (Struck) fallen aus, Tim Nattermanns Wechsel ins Eifgen gilt inzwischen als gescheitert. Und beim Training in der Vorbereitung, die mangels Akteuren eigentlich keine war, standen oft nicht einmal elf Spieler auf dem Platz. "Ich konnte schon froh sein, wenn ich die Mannschaft für die Trainingsspiele zusammenbekam", beklagte Lothar Steinhauer ein altes Leid im Eifgen.

Vor allem sind es drei Gründe, die den SV 09/35 eine Woche vor der Meisterschaft skeptisch in die Zukunft blicken lassen. Wenn Steinhauer sagt, "der Kader ist zu dünn", meint er damit nicht nur die Anzahl seiner einsatzfähigen Spieler. Deutlich ist auch, dass manche Position noch nicht so gut besetzt ist, wie er es sich wünscht. Beides ließe sich ändern. Anders sieht es mit der Vorbereitung aus, die kurz und wenig effektiv war. Den Rückstand aufzuholen wird schwer werden. Abgesehen davon muss sich der SV 09/35 als Absteiger erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen. Auch diesen Aspekt dürften Pfeiffer und Weber mit der "Orientierungs-Saison" gemeint haben.

Der bisherige Kader: Christian Steinhauer, Daniel Türk, Heiko Emde, Dennis Friesel, Benjamin Grgic, Thorsten Frohn, Martin Aust, Nico Aust, Christian Dalitz, Sebastian Proksza, Esmir Zlatanovic, Pierre Maywald. Zugänge: Marius Suchanoff (Dhünn), Dennis Grolewski (FC Remscheid), Christoph Vollmer, Daniel Seipelt (beide Beyenburg), Marc Oliver Schmitt (SV Mehren-Darscheid), Hüseyin Kilic (SC Radevormwald), Christian Frank (TS Struck). Abgänge: Patrick Posavec, Jörn Amberger (beide FC Remscheid), Marcello D'Aquino, Orlando Paulo Samuel, Laszlo Kirschsieper (alle Schwelm), Asis Lakraa (RSV 09 Hückeswagen), Bejtush und Blerim Kastrati (beide unbekannt), Robert Dworatzek (unbekannt), Ruzhdi Feratay (abgemeldet, zurzeit Verletzungspause).

(RP)