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Fußball: SV 09/35 gewinnt noch ohne Kentschke

Fußball : SV 09/35 gewinnt noch ohne Kentschke

Fußball-Bezirksliga: 2:1-Heimsieg über Atatürk Mettmann. Rückschlag für Ayyildiz. Türkgücü gewinnt, BVB nur remis.

09/35 Wermelskirchen — Atatürk Mettmann 2:1 (1:1) — Das war ein wichtiger Sieg für die Gastgeber. Auch Interimstrainer Ralf Klüppelberg, der so zum Ende seiner kurzen Amtszeit noch eine ausgeglichene Bilanz vorweisen kann, lobte sichtlich erleichtert die Mannschaft: "Sie hat Charakter gezeigt." Zudem war ihm wichtig zu erwähnen, dass sein Vorgänger Nenad Postic "aus freien Stücken zurückgetreten" sei und "hervorragende Arbeit geleistet" habe.

Gerd Kentschke, der am morgigen Dienstag das Traineramt übernehmen wird, war nicht im Eifgen erschienen. Er ließ sich in Velbert, wo er den nächsten Gegner der Wermelskirchener beobachtete, von seinem ehemaligen "Co" Roger Lapscheck über Zwischenstände und das erfreuliche Endergebnis im Eifgen informieren. Allerdings benötigten die Gastgeber bei ihrem knappen Sieg schon ein wenig Glück, um mit den bieder auftretenden Gästen fertig zu werden. Zwar hatte Ruben Schmitz-Heinen einen Freistoß von Valentino Cucuzza zum 1:0-Führungstreffer (15.) verwertet, doch 20 Minuten später nutzte Atatürk-Goalgetter Samet Akarsu, der die Wermelskirchener immer wieder vor große Probleme stellte, das Durcheinander in der Abwehr zum Ausgleich (35.).

Auch danach sorgte Akarsu immer wieder für Verwirrung im Wermelskirchener Strafraum, wo sich das Fehlen von David Witan und Heiko Emde zunehmend bemerkbar machte. Im Gegensatz zu früheren Spielen hatten die Platzherren jedoch an diesem Tage das glücklichere Ende für sich. Nachdem Orlando Paulo Samuel zehn Minuten vor Spielende eine Topchance bei einer Flanke von Abel Mokonen verstolperte, ging es eine Minute später umgekehrt besser: Diesmal passte Orlando Paulo Samuel und Mokonen traf zum entscheidenden 2:1 — und damit zur Revanche fürs 1:7 im Hinspiel.

SSV Sudberg — Ayyildiz Remscheid 4:1 (2:0) — "Alles fängt jetzt wieder bei Null an", ärgerte sich SC-Trainer Zdenko Kosanovic nach der Niederlage seines Teams. Er könne es immer noch nicht fassen, dass "innerhalb von zwei Stunden alles kaputtgemacht" war, was in drei Spielen zuvor aufgebaut wurde. Kosanovic vermisste in der Heinz-Schwaffertz-Arena nicht nur die Spielfreude der letzten Begegnungen, sondern ärgerte sich auch darüber, dass niemand mehr bereit gewesen sei, aufwändige Laufwege zu übernehmen. In der zweiten Hälfte sah er sogar den mannschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. "Das hat mir Angst gemacht", gab Kosanovic zu Protokoll. Bereits nach neun Minuten ging Sudberg durch Antonis Gkolosis in Führung. Zwei Minuten vor der Pause erhöhte Oliver Knop per Strafstoß auf 2:0. Ralf Derkums Treffer zum 3:0 (64.) beantwortete Haydar Akman mit dem 1:3 (68.). Daniel Heder sorgte in letzter Minute mit dem vierten SSV-Treffer für den Endstand.

Türkgücü Remscheid — SCB Neandertal 2:1 (1:1) — Türkgücü hat mit einer Energieleistung drei Punkte an der Düppelstraße festgehalten. Denn die Mannschaft ließ sich vom frühen Führungstreffer der Gäste (5.) nicht beeindrucken, sondern glich noch vor der Pause durch Kevin Reck (21.) aus. Nachdem Reck wegen einer angeblichen "Schwalbe" nach einer Stunde mit der Gelb-roten Karte vorzeitig in die Kabine geschickt wurde, gelang Kadir Oezdemir in Unterzahl sogar der Siegtreffer (73.). Die knappe Führung behaupteten die Remscheider dank starker Abwehrleistungen um den überragenden Tayfun Cevik bis zum Spielschluss.

TFC Wuppertal — BV Burscheid 2:2 (2:1) — Nicht Fisch und nicht Fleisch — das Endergebnis war für beide Teams im Kellerduell ungenügend. Der Rückstand der Griesberger auf das rettende Ufer ist sogar auf fünf Zähler angewachsen. Dennoch war BVB-Trainer Sebastian Sauer nicht unzufrieden: "Die Mannschaft hat toll dagegengehalten und gekämpft. Wenn man überlegt, mit welchem Spielermaterial wir auflaufen, ist das alles absolut ok." Die hektische, bisweilen überharte Partie mit sechs gelben Karten begann für den Gast denkbar schlecht mit einem schnellen 0:1-Rückstand (17.). Doch in der Folge befreite sich Burscheid, kam selbst zu Chancen und markierte das verdiente 1:1 (26.) durch Dimitri Pak. Umso ärgerlicher war dann der erneute Rückstand zum 1:2 (37.) noch vor dem Wechsel. Auch das warf den BVB aber nicht um. Mit großer Moral drückte das Team weiter aufs Tempo und wiederum Pak erzielte das 2:2 (67.). Eigentlich hätte der Winterneuzugang noch zum Matchwinner werden können, doch der Schiedsrichter gab nach 80 Spielminuten wegen einer angeblichen Abseitsstellung seinen Treffer zum 3:2 nicht. "Eine Fehlentscheidung", regte sich BVB-Coach Sauer später über diese Szene auf.

(RP)