Soeder löst das Olympia-Ticket

Sie war bei Olympia in Athen dabei, hat bei der Tour de France einen Etappensieg gefeiert und war dort Dritte der Gesamtwertung. Doch den größten Erfolg ihrer Radsport-Karriere feierte Christiane Soeder am Mittwoch. Wie gestern berichtet, holte sich die Wahl-Wienerin WM-Bronze beim Einzelzeitfahren in Stuttgart.

„Wahnsinn. Einfach sensationell“, jubelte die gebürtige Remscheiderin im Ziel, als das bange Warten auf die letzten Fahrerinnen in einem Happyend mündete: „Das Warten nach der Zielankunft war fast anstrengender als das Rennen selber“, sagte die Medizinerin, als ihr der Platz auf dem Siegerpodest hinter der neuen Weltmeisterin Hanka Kupfernagel und der Amerikanerin Kristin Armstrong nicht mehr zu nehmen war.

Taktik verändert

Schon in den beiden vergangenen Jahren, in Madrid und bei der Heim-WM in Salzburg, war Soeder als eine heiße Medaillenkandidaten gehandelt worden, konnte ihren Ansprüchen aber jeweils nicht gerecht werden. Diesmal fuhren der österreichische Verband und Soeder besser mit dem Versuch, kleinere Brötchen zu backen. Zudem änderte die 32-Jährige ihr taktisches Konzept: Sie ging nicht wie gewohnt schnell an, sondern verhielt sich zunächst abwartend, um auf der zweiten Streckenhälfte noch zulegen zu können. Das reichte, um in der Endabrechnung 20 Sekunden zwischen sich und der viertplatzierten Amber Neben (USA) zu legen.

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Allerdings gab es für Christiane Soeder in Stuttgart („ein halbes Heimrennen, denn ich bin früher für ein Stuttgarter Team gefahren. Es waren viele Bekannte an der Strecke, die mich angefeuert haben“) noch einen weiteren Grund zur Freude. Schließlich bescherte ihr der WM-Erfolg zugleich einen Quoten-Platz fürs Zeitfahren bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

(RP)