Billard : Schach mit Kugeln

Seit einem Jahr nimmt die "Bergische Pool-Union" aus Remscheid am Spielbetrieb der Poolbillard-Ligen teil. Mit Erfolg, allerdings ist den Mitgliedern der Spaß am Spiel wichtiger als der Aufstieg.

Frischlinge sind beide Teams der Bergischen Pool-Union (BPU), die erst im Mai vorigen Jahres gegründet wurde. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Neulinge erst einmal ganz unten in der Ligen-Rangordnung angefangen haben. Seit September 2007 spielen sie in zwei unterschiedlichen Gruppen der Kreisliga des Pool-Billard-Verbands Mittelrhein, weit weg von der Bundesliga der deutschen Billard Union (DBU). So weit werden sie nicht kommen, wollen sie auch nicht.

"Der Spaß am Spiel ist für uns erst mal wichtiger", sagt der BPU-Vorsitzender Peter Frost. Deshalb habe der Verein auch aus den interessierten Spielern zwei etwa gleich starke Teams gebildet, "um interne Rivalität zu vermeiden". Frost selbst spielt ebenso wie sein Stellvertreter Christopher Schumacher in der "Zweiten", seine Vorstandskollegen Katharina Wirth (Kassiererin) und Daniel Michel (Schriftführer) in der "Ersten". Allesamt mit Erfolg.

Beide Teams auf Platz eins

"Seit Samstag sind beide Mannschaften auf Platz eins", freut sich Frost. Und wenn auch noch die drei letzten Spiele gewonnen werden, steigen beide Teams in die Bezirksliga auf. Da wollen sie auch hin. "Wir wollen siegen, aber eben nicht den Spaß verlieren", weist Katharina Wirth, eine der zwei weiblichen BPU-Mitgliedern des kleinen Vereins, auf den sportlichen Ehrgeiz hin. Dazu trainieren die 15- bis 50-Jährigen Mitglieder an sechs Tagen jeweils drei bis vier Stunden lang an den Pool-Tischen im Billard-Bistro "Bogies". Dabei werden Geist, Hand, Auge und Arm angestrengt, um Stellungsspiel und Effet mit den 15 farbigen und einer weißen Spielkugel zu üben.

"Beim Billard wird wie beim Schach taktiert", findet Daniel Michel, man müsse ebenso vorausschauend denken, um die eigenen Möglichkeiten zu verbessern und dem Gegner mit entsprechend ungünstig positionierten Kugeln das Leben schwer zu machen. Natürlich geht das nur, wenn auch der Umgang mit Queue und Kugel, mit der Bande und den sechs "Taschen" klappt.

Dabei ist der Anfang gar nicht so schwer. "Einen hoffnungslosen Fall hatten wir bisher noch nicht", erinnert sich Katharina Wirth. Trotzdem ist die PBU ein kleiner Verein. "Vielleicht liegt das daran, dass Pool-Billard als Vereinssport nicht so bekannt ist — oder dass ihm noch immer das Kneipenimage anhaftet." Dem begegnet der Dachverband ebenso mit seinen Regeln wie mit einer Kleiderordnung, die Trikot mit Vereinsemblem sowie schwarze lange Hose und schwarze Schuhe vorschreibt. Klar, dass sich auch die PBU-Mitglieder bei ihren Meisterschaftsspielen daran halten.

(RP)
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