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Fußball: Rückzug von Seitz, Revolte beendet

Fußball : Rückzug von Seitz, Revolte beendet

Beim Kreistag der Fußballer am Mittwoch wird es keinen Gegenkandidaten zum Vorsitzenden Henning Weber geben.

Die Revolution ist gescheitert. Und nach dem üblichen Prozedere eines fehlgeschlagenen Umsturzversuchs frisst sie nun vermutlich ihre Kinder: Nachdem Günter Seitz am Donnerstagvormittag seinen Verzicht auf die Kandidatur zum Vorsitzenden des Fußballkreises Remscheid verkündet hat, scheint beim Kreistag am Mittwoch (19 Uhr, Am Hagen) die Fortsetzung der inzwischen 18-jährigen Karriere von Henning Weber auf diesem Posten gesichert. Unklar ist alleine noch, wie viele Stimmen Weber und seine Mitstreiter Wilfried Bewig (Geschäftsführer) und Werner Steffens (Kassierer) auf sich vereinigen werden. Auf eine Abwahl oder einen überraschend auftauchenden neuen Gegenkandidaten deutet aktuell nichts hin — auch wenn im Untergrund immer noch daran gewerkelt wird.

Seitz hatte seinen Rückzug von der Kandidatur damit begründet, er habe kein geeignetes Team um sich scharen können: "Alle aus meiner Sicht geeigneten und angesprochenen Personen kritisieren zwar den derzeitigen Vorstand, stehen aber für ein Amt nicht zur Verfügung." Als "kleineres Übel" zu kandidieren, sei aus seiner Sicht "keine Lösung". Seitz gegenüber der BM: "Dass es so gekommen ist, ist sicher etwas enttäuschend." Er sei auf der Suche nach Unterstützung und nach einer breiten Basis gewesen, "aber ich musste feststellen, dass manche Personen ihre eigenen Interessen über die des Fußballs stellen". Er wünsche der Versammlung nun, "dass sie ohne persönliche Anfeindungen zu einem Ergebnis kommt, welches dem Fußball dient und nicht der Huldigung einzelner Personen und Interessen".

Der zuletzt vor allem durch die Schiedsrichter des Kreises ins Fadenkreuz heftiger Kritik geratene Amtsinhaber Henning Weber gab sich überaus versöhnlich. Ob er froh darüber sei, dass es nun wohl zu keiner Kampfabstimmung kommt? "Nein. Ich bin sowieso der Meinung, dass man die Dinge im kleinen Kreis gütlich hätte regeln können." An seine Kritiker sendet Weber zugleich ein offenkundiges Friedensangebot: "Ich würde niemals sagen, dass ein Tischtuch endgültig zerschnitten ist."

Dass er mit seinen Mitstreitern nun dringend einige Vakanzen besetzen muss, ist Weber bewusst. "Frank Tammschick soll Nachfolger von Günter Seitz als Technischer Kreisobmann werden", sagt Weber. Wie er die erbosten Schiris besänftigen will, verrät er nicht, sagt aber: "Ich habe keine Befürchtung, dass da ein großes Vakuum entsteht. Es wird bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

Das sieht Dirk Spiegelhauer naturgemäß ganz anders. Der Kreisschiedsrichterobmann, der vom Rückzieher von Seitz "ziemlich überrascht" wurde, bleibt bei seinem öffentlich geäußerten Vorhaben: "Wird Weber wiedergewählt, ist für mich definitiv Schluss. Mit einem Vorsitzenden, der uns keine Rückdeckung gibt, arbeite ich nicht mehr zusammen." Darin ist er sich einig mit dem vierköpfigen Kreisschiedsrichterausschuss (KSA). Auf Nachfrage der BM sagten Sebastian Stein, Sören Kronfeld, Patrick Suchy und Mohamed Bahaddou übereinstimmend, sie stünden unter Weber nicht mehr für den KSA zur Verfügung. Mehr noch: Suchy will ebenso wie seine KSA-Mitstreiter auch nicht mehr für den Kreis pfeifen: "Sonst würden wir ja unglaubwürdig."

Unklar ist noch, wie groß die Solidarität unter den Unparteiischen ist. Beim Kreisschiedsrichtertag hatte sich die überwältigende Mehrheit gegen Weber und hinter Spiegelhauer und den Kreisschiedsrichterausschuss gestellt. Einige Schiedsrichter hatten sich sofort beurlauben lassen — zunächst bis zum Kreistag. Ob und wie viele Partien auf Kreisebene künftig mit einem ausgebildeten Referee bestückt werden können, ist derzeit noch völlig offen.

(RP)