Rollhockey: IGR Remscheid scheitert an TuS Düsseldorf-Nord.

IGR Remscheid : Der Traum vom Titel im Rollhockey ist vorbei

Um kurz nach 17 Uhr am Samstagnachmittag hatten sich alle Träume der IGR Remscheid vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Luft aufgelöst.

Die Fans des TuS Düsseldorf-Nord stimmten auf der Tribüne den Song vom Finale an, während Spieler, Offizielle und Fans des Gastgebers fassungslos in der Halle Hackenberg standen oder auf dem Boden zusammengesackt waren.

Eine Woche nach der Hinspielniederlage in der Landeshauptstadt war von der Heimspielstärke der IGR nichts zu spüren. Die Remscheider mussten sich im Rückspiel mit 3:5 (1:3) geschlagen geben und schieden im Halbfinale der Play-offs sang- und klanglos aus.

"Mir fehlt einfach das richtige Wort, um zu beschreiben, woran es heute in der ersten Halbzeit gemangelt hat", meinte IGR-Trainer Marcell Wienberg Minuten nach dem Abpfiff. Und wahrscheinlich kann man es gar nicht mit einem einzigen Wort beschreiben, warum die Remscheider bereits nach 20 Minuten mit 0:3 im Hintertreffen lagen.

Nach fünf Minuten schlug der Düsseldorfer Tarek Abdalla zu. Weitere fünf Minuten später landete die Kugel erneut im IGR-Tor. Was sofort lautstarke Proteste der Remscheider nach sich zog. Wienberg: "Das war eindeutig mit dem Rollschuh erzielt." Doch die Unparteiischen sahen das anders. Und als die Kugel wiederum nach zehn Minuten ihr Ziel im IGR-Kasten fand, war sie zu allem Überfluss noch von einem Remscheider abgefälscht worden.

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Pech, fehlende Cleverness, der letzte Wille, mangelnder Einsatz, Sorglosigkeit, jugendlicher Leichtsinn? Vielleicht von allem ein bisschen waren die Gründe dafür, warum in den ersten 20 Minuten eine der bis dato besten Spielzeiten der IGR quasi zu Grabe getragen wurde. "Wir haben erst dann angefangen mitzuspielen", meinte Keeper Joey van den Dungen, der sein letztes Spiel im Trikot der IGR auf der Bank verbrachte.

Ansonsten fand einzig Fabian Selbach Worte für das, was sich nicht nur im Rückspiel auf dem Platz über weite Strecken ereignet hatte: "Zunächst mal tut das unglaublich weh. Aber wir haben zu spät den Kampf angenommen." Dabei war Selbach allerdings zunächst fast der Einzige, der sich dem Gegner stellte. Und ausgerechnet der, dem im Vergleich mit seinen Mitspielern schon mal eine mangelnde Technik nachgesagt wird, sorgte mit seinem Dreierpack dafür, dass zwischenzeitlich noch Hoffnung aufkam.

Nach 23 Minuten zog Selbach aus der Distanz ab und traf. Dies weckte endlich seine Mitspieler, die mit einem regelrechten Powerplay in die zweite Halbzeit gingen. Und nach 28 Minuten schien nach Selbachs Treffer zum 2:3 alles wieder offen. "Jetzt darf aber bloß kein Gegentreffer fallen", hatte es der IGR-Vorsitzende Georg Feldhoff kaum ausgesprochen, als Düsseldorf erneut traf (30.). Es war der Todesstoß für die Gastgeber. Das 5:2 des TuS drei Minuten vor dem Spielende und der Treffer von Selbach im Gegenzug zum 3:5 hatten nur noch statistischen Wert. "Die Jungs bekommen jetzt eine Woche frei. Dann setzen wir uns in Ruhe zusammen und analysieren das Ganze. Und dann greifen wir wieder an", betonte Wienberg, der aber auch ein positives Fazit zog: "Wir spielen wieder im Europapokal. Und das Erreichen des Halbfinales war vor einigen Jahren nicht selbstverständlich."