Lokalsport : 25 Jahre Shotokan Karate

Bodo Monschau bietet seit 25 Jahren Shotokan Karate in Remscheid an. Am Samstag wird das gebührend gefeiert.

Am Samstag wird er sich auf eine kleine Bühne stellen und eine Rede halten. Bodo Monschau muss sich nicht verstellen, um die Herzen seiner Zuhörer zu gewinnen. Der Kampfsportler kommt so authentisch rüber wie kaum ein Zweiter. Damit ist der mittlerweile 62-Jährige immer gut gefahren. Und nur das hat es ihm möglich gemacht, am Wochenende ein beeindruckendes Jubiläum feiern zu können: 25 Jahre Karate in Remscheid.

"Viele haben mit das nicht zugetraut", sagt der gebürtige Kölner. Er musste Klinken putzen, Kontakte knüpfen, Überzeugungsarbeit leisten. Es gab Widerstände. Misstrauen. Karate? Haut man sich da nicht die Zähne ein? Monschau wurde und wird nicht müde zu predigen: "Dieser Sport hat was mit Menschsein zu tun."

Natürlich wird die Reaktionsschnelligkeit trainiert. Die Muskulatur wächst. Man wird beweglicher. Gerade beim Shotokan Karate, auf das sich der gelernte Kunstglaser spezialisiert hat. Er nennt den Grund: "Es vereinigt viele Kampfkünste." Monschau, der mehrfache Vizeweltmeister - zuletzt vor drei Jahren in Belgien -, hat vieles ausprobiert. Er hat getanzt, Judo gemacht, Taekwondo auch, dazu geboxt und Kickboxen geübt. Im Shotokan Karate hat er die Erfüllung gefunden. Das sieht man sofort, wenn man seinen Dokan an der Ludwigstraße 18-20 betritt. Fotos zeugen von seinen größten Auftritt. Dazu gibt es eine Ecke mit den gewonnenen Pokalen.

Der wichtigste Bereich ist aber das Dojo. Dieser große Raum mit Schwingboden. Dort wird trainiert. Sein jüngster Schüler ist drei Jahre alt, sein ältester 70. "Alle kommen zu mir", sagt Monschau, der den 7. Dan trägt. Lernwillige aus 23 verschiedenen Nationen gehen in seinem Dojo ein und aus. Fast täglich. Nur sonntags ist geschlossen. "Den Ruhetag brauchen wir", gibt Monschau zu, der mit Heike eine starke Frau an seiner Seite weiß. 2006 hat man sich in Dormagen bei einem Karatelehrgang kennengelernt, seit 2010 sind die beiden ein Paar und mittlerweile auch verheiratet.

"Mit uns passt es einfach", sagen die beiden und schauen sich tief in die Augen. Die gelernte Bankkauffrau macht die Buchführung, hält ihrem Liebsten den Rücken frei. "Auch wenn wir 24 Stunden am Tag die Zeit miteinander verbringen, sind wir uns noch nicht eine Sekunde auf den Geist gegangen" - wieder sind sich beide einig.

Gemeinsam haben sie die frühere Schweißerei umgebaut und sie Stück für Stück so eingerichtet, dass sie und die Schüler sich wohlfühlen. Da ist der lichtdurchflutete Fitnessbereich mit einigen Kraftgeräten. Dazu kommen das Büro, ein Aufenthaltsbereich mit Theke und eben das Dojo. Das Herzstück. Das betritt man barfuß. Eine kurze Verneigung vor dem Raum, ein Moment des Meditierens und die Begrüßung - das Training kann beginnen. Einzeltechniken werden geübt, die Intensität wird gesteigert. Monschau: "Durch das Training wird man selbstsicherer und mutiger."

Längst vermittelt er sein Wissen an Grundschulen und zudem auch an der Nelson-Mandela-Schule. "Es wäre schön, wenn sich noch mehr weiterführende Schulen dafür entscheiden könnten." Denkt Monschau noch nicht an ein Ende seiner beruflich-sportlichen Tätigkeit? Nein! "Ich mache das so lange, bis der Deckel zugeht." Worte, die viele Menschen gerne hören werden, die vertrauensvoll mit dem Kampfsportler zusammenarbeiten. Gemeinsam mit seiner Heike macht er einen Japanisch-Sprachkurs: "Wir möchten unbedingt dorthin, weil wir viele Freunde in Japan haben." 2013 hatte Monschau die WM nach Remscheid geholt. Ein Riesenereignis für die Stadt. Und auch für das Selbstwertgefühl des Mannes, der oft im Kleinen arbeitet. Seine Tätigkeit hat manchmal Ähnlichkeit mit dem Tun eines Streetworkers. Er reicht Menschen aus schwierigen Verhältnissen die Hand, bietet ihnen Chancen. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter. Er ist halt ein Typ, dieser Bodo Monschau. Mit seinem ungewöhnlichen grauen Bart, der gleich auffällt.

Ja, viele haben ihm den Weg nicht zugetraut. Vor weit mehr als 25 Jahren schenkte ihm Dirk Riemer als Erster das Vertrauen, ließ ihn Selbstverteidigungskurse beim Remscheider SV anbieten. Vielleicht wird der Jubilar auch davon erzählen, wenn er auf die Bühne steigt.Mehr als 40 Jahre Kampfkunst-Erfahrung

Zur Person Bodo Monschau, gebürtiger Kölner, bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Kampfkunst mit. Er bietet seit 25 Jahren Shotokan Karate in Remscheid an.

Lehrgang Zum Jubiläum findet am Samstag, 9. Juni, ein verbandsoffener Lehrgang im Dokan an der Ludwigstraße 18-20 statt. Der erste Teil wird zwischen 12 und 13.15 Uhr angeboten. Nach einer 30-minütigen Pause geht es von 13.45 Uhr bis 15 Uhr weiter. Die Gebühr beträgt 20 Euro.

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