Fußball: Nachwuchs fördernAusgelassene Stimmung

Fußball: Nachwuchs fördernAusgelassene Stimmung

Sein Herz schlug schon immer für den Fußball-Nachwuchs. Bevor Kurt Carel den VfB Marathon übernahm und zur Deutschen Meisterschaft führte, war er lange Jugendtrainer beim MSV Duisburg, wo er vier Westdeutsche und zwei Deutsche Meisterschaften feierte. Nicht ohne stolz erzählt Carel, dass es aus dem Jugendbereich einige Spieler schafften, auch im Seniorenteam der Meidericher Fuß zu fassen. Auch beim VfB integrierte er schon frühzeitig den aufstrebenden Nachwuchs. „Dieter Stachel kam damals aus der A-Jugend“, erklärt Carel, der seine sportliche Heimat in Essen-Schonnebeck hat und bei den Spfr. Katernberg zusammen mit dem 54er-Weltmeister Helmut Rahn in einer Mannschaft spielte. Nach wie vor liegt ihm der Nachwuchs am Herzen. Doch seiner Meinung nach liegt in vielen Vereinen gerade im Jugendbereich einiges im Argen. Carel: „Es gibt zu wenig Fachleute.“

Vor 40 Jahren strömten alle, die sich für Fußball interessierten, zu den Spielen des VfB Marathon ins Stadion Reinshagen. 5 000 bis 10 000 Zuschauer waren in der Amateur-Endrunde an der Tagesordnung. Selbst zu Auswärtsspielen, beispielsweise nach Hannover, machten sich Hunderte auf den Weg, sodass jede Begegnung auf fremden Platz zu einem Heimspiel wurde. Unter den Fans auch immer Max Pacha, der als „Mister Marathon“ in die Annalen eingegangen ist, weil er stets in Vereinskluft gekleidet an vorderster Front für Stimmung sorgte. Oder Kurt Hahn, der eigentlich für den Reinshagener Turnerbund als Leichtathlet aktiv war, aber bei keinem Spiel fehlte. Was für ein Spaß, als er beim Endspiel in Bochum mit einem kleinen Glücksschwein am Spielfeldrand umherlief. Nachdem Marathon das Finale mit 5:3 nach Verlängerung gewonnen und von DFB-Präsident Dr. Gössmann im Parkhotel Bochum geehrt worden war, wartete fast ganz Remscheid auf die siegreichen Kicker. Auf dem Rathausplatz drängten sich Tausende, ließen ihrem Jubel bei Freibier freien Lauf. In der Vereinsgaststätte „Tivoli-Eck“ am Amtsgericht standen jene Kopf, die nicht nach Bochum fahren konnten. Auch im Sonderzug, der die Fans nach Hause brachte, herrschte mehr als ausgelassene Stimmung. Und als die Anhänger im Remscheider Hauptbahnhof ankamen, konnten sie bereits das Geschehen der vergangenen Stunden in einer Sonderausgabe der Bergischen Morgenpost lesen.

(RP)
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