Triathlon : Langfeld sattelt um

Aus einem der besten deutschen Marathon-Läufer soll ein "Eisenmann" werden: Von seinem Freund und Coach Mathias Müller lässt sich der Hückeswagener Robert Langfeld auf den Ironman-Regensburg vorbereiten.

Es ist noch gar nicht so lange her, da zählte Robert Langfeld zu den besten deutschen Marathon-Läufern. Jetzt wechselt der heute 43-Jährige das Metier: Der Hückeswagener hat sich einem kleinen Team um den ebenfalls aus Hückeswagen stammenden Triathleten Mathias Müller (44) angeschlossen und wird am 7. August in Regensburg seinen ersten Ironman-Triathlon bestreiten.

"Schon vor zehn Jahren wollte ich Robert dazu überreden, sein Talent beim Triathlon zu zeigen", sagt Mathias Müller. Damals war sein Freund aber noch auf eine mögliche Olympia-Qualifikation im Marathonlauf fixiert.

Müller selbst nahm schon dreimal an der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii teil. Vor zwei Jahren rief er überdies ein Coaching-Projekt ins Leben, bei dem er vier Anfänger innerhalb von nur acht Monaten zur erfolgreichen Teilnahme beim Ironman auf Lanzarote führte — was auch in drei Sendungen bei "Stern-TV" dokumentiert wurde.

In diesem Jahr hat sich Müller vorgenommen, zusammen mit vier Athleten das Rennen in Regensburg in Angriff zu nehmen. Um die Sportler optimal vorbereiten zu können, fand sich das Team am vergangenen Wochenende zum Leistungstest bei "GL8-Sport" in Burscheid ein. Stephan Nüsser, früher Leiter des Zentrums für Leistungsdiagnostik an der Deutschen Sporthochschule Köln, und sein Kollege Rainer Schwab unterstützten Müllers "Pa'a-Team" (Pa'a; hawaiisch für "geh' deinen Weg; kämpf' für dein Ziel) schon bei dem Projekt vor zwei Jahren.

"Während einer ansteigenden Belastung auf dem Laufband messen wir sowohl die Laktatkonzentration im Blut als auch die Atemgase mittels einer Spiroergometrie. Zudem werden die Herzfrequenz und die Leistung in Stundenkilometer und Watt ermittelt", erläutert Stephan Nüsser. Anschließend könne man den Sportlern ihre individuellen Trainingsbereiche aufzeigen. So trainiere der einzelne effektiv, vermeide Über-, aber auch Unterbelastungen.

"Von mir selbst abgesehen, sind alle im Team auf einem sehr guten Weg", erläutert Mathias Müller, der, so zeigt der Test, derzeit sechs Kilogramm Übergewicht mit sich schleppt. Herausragend waren — wie geahnt — die werte von Robert Langfeld.

Während seines Tests bekamen die anderen Teammitglieder große Augen: Mussten die anderen spätestens bei der 15,8-km/h-Stufe aussteigen, macht Langfeld noch bei 18,6 Stundenkilometer eine gute Figur. Selbst zehn Jahre nach seiner besten Zeit als Wettkampfläufer und bei nur dreimal Joggen pro Woche zeigen die Testergebnisse, in welchen Leistungssphären er sich bewegen kann. Immer noch.

Mit einer maximalen Sauerstoffaufnahme von 69 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht liegt er zwar rund fünf Milliliter unter seinen Bestleistungen, aber dennoch 10 bis 20 Milliliter besser als der Rest des Teams. Das sind Welten im Ausdauersport.

So ist sich Müller sicher, dass Langfeld — wenn er von nun an diszipliniert an seiner Schwimmleistung arbeitet — auch beim Rennen in Regensburg für erstaunte Gesichter innerhalb der Triathlon-Szene sorgen wird.

In regelmäßigen Abständen werden wir den Weg von Robert Langfeld und des "Pa'a-Teams" zum Ironman nach Regensburg begleiten. Wer darüber hinaus mehr über das Team erfahren möchte, findet weitere Informationen im Internet unter www.pa-a.de

(RP)
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