Handball : Krajnik platzt der Kragen

50 Minuten quält sich Handball-Oberligist HG Remscheid gegen den unbequemen MTV Rheinwacht Dinslaken. In doppelter Unterzahl nimmt dann Routinier Jacek Krajnik das Heft in die Hand, erzielt zwei Treffer und trägt maßgeblich dazu bei, dass der Spitzenreiter doch noch mit 36:30 gewinnt.

Eine Heimniederlage hatte Jacek Krajnik schon am Nachmittag als Zaungast beim Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid gesehen. Das reichte. Sich abends mit der HG Remscheid gegen den unbequemen MTV Rheinwacht Dinslaken eine Blöße zu geben und womöglich den greifbar nahen Titelgewinn noch einmal aufs Spiel zu setzen — das kam für den 32-Jährigen nicht infrage. Und so stemmte sich der Routinier zehn Minuten vor dem Ende mit aller Macht gegen das drohende Ungemach: In doppelter Unterzahl (!) tankte sich Krajnik zweimal durch und sorgte für den entscheidenden 29:25-Vorsprung, den die Mannschaft anschließend bis zum 36:30 (14:16)-Endstand ausbaute.

Aufatmen war danach im HGR-Lager angesagt. Denn gegen die Gäste, die sich wie Pattex an den Gegner zu heften pflegen, ihren Schlafwagenhandball perfektioniert haben und scheinbar stur ihren Stiefel herunterspielen, um erst nach der Schlusssirene zu schauen, wie das Spiel wohl ausgegangen ist, hatten die Remscheider lange ihre liebe Mühe.

In einer ganz schwachen ersten Hälfte fehlte dem Spitzenreiter das Feuer, die notwendige Dynamik, um Dinslaken rechtzeitig auszuhebeln. Gepaart mit leichter Frühjahrsmüdigkeit in der Deckung und einer miserablen Trefferquote lag Dinslaken ab dem 11:10 (22.) sogar in Führung und schien beim 16:12 (28.) den Grundstein für eine faustdicke Überraschung legen zu können.

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Was immer in der Pause in der HGR-Kabine besprochen wurde — es half. Beim 19:18 (34.) lagen die Gastgeber erstmals wieder vorne und gaben die Führung nicht mehr ab. Zwar ließ sich — siehe oben — Dinslaken einfach nicht abschütteln und blieb bis zum 27:25 für Remscheid in Schlagweite. Aber dann platzte Jacek Krajnik wie geschildert der Kragen: Gemeinsam mit Bastian Munkel und Thomas Zeller schnürte er das Paket zu.

"In doppelter Unterzahl kam plötzlich Leben in die Mannschaft", erkannte auch HGR-Trainer Mike Novakovic, der nach dem zähen Arbeitssieg dennoch milde gestimmt war: "Man kann nicht immer am Limit spielen. Solche Partien wie heute muss man erstmal gewinnen." Die nächste undankbare Aufgabe steht dem Tabellenführer am kommenden Sonntag bevor. Dann gastiert die HGR bei der SG Dülken, die am Wochenende überraschend gegen Mönchengladbach gewann.

(RP)