Motorsport: Kleiner Tank, große Leistung

Motorsport: Kleiner Tank, große Leistung

Beim Saisonstart zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring sorgt Nicole Müllenmeister für das beste Ergebnis der heimischen Piloten. Trotz Handicaps belegt die Wermelskirchenerin Platz vier.

"Mit einem solchen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet", freute sich Nicole Müllenmeister im Ziel. "Bis vor drei Wochen wussten wir noch gar nicht, dass wir hier starten. Und jetzt dieses Ergebnis, so kann es weitergehen." Beim Auftaktrennen zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring sorgte die Wermelskirchenerin von allen heimischen Piloten für das beste Ergebnis und übernahm zusätzlich die Führung in der Sonderwertung für Seat-Cupfahrzeuge.

Mit 15 Fahrzeugen war die Klasse der Specials bis 2000 ccm mit Turbolader (SP3T) sehr stark besetzt. Müllenmeister wusste schon vor dem Start, dass sie ein Handicap hat: Das Tankvolumen ihres 300 PS-Boliden. "Wir haben noch den originalen 60 Liter-Tank an Bord, der neue 100 Liter-Tank hat Lieferzeit." Ob sie die vier Stunden Renndistanz als Solistin körperlich gut überstehen würde, war ihr auch nicht klar und hatte sich kurzer Hand mit Dennis Busch verstärkt. "Nach drei Stunden habe ich an Dennis übergeben. Ich fühlte mich aber noch super. Beim nächsten Mal fahre ich alleine." Dann steht die Seat Leon-Pilotin auch vielleicht auf dem Podium, welches sie jetzt als Vierte in der Klasse knapp verpasste. "Wegen des kleinen Tanks hatten wir zwei Stopps mehr. So kam der Werks-Opel noch vor uns auf Rang drei."

Elektronik stoppt Fritzsche

Nach dem Training war für Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche die Welt noch in Ordnung: Pole Position bei den Specials bis 2000 ccm (SP3). Doch schon in der zweiten von 24 Runden spielte die Elektronik verrückt und Heinz-Otto steuerte die Boxen an. Fast fünf Runden parkte der Opel Astra, ehe das Problem behoben war. Die Zwillinge aus Hückeswagen bliesen zur Aufholjagd, doch mehr als Rang 16 bei 25 Startern war nicht möglich.

Bei den Serienwagen bis 2500 ccm (V4) belegte der Hückeswagener Jürgen Dinstühler zusammen mit Emin Akata (Friedrichshafen) und Maik Rosenberg (Attendorn) im Black Falcon-BMW den vierten Rang bei zehn Startern. Für das Trio war es aber nur ein Übergangsrennen. Ab dem nächsten Lauf kommt ein BMW 320si aus der Tourenwagen-WM zum Einsatz. Und dann trifft Dinstühler in der Klasse SP3 auf seinen Schwager Heinz-Otto Fritzsche.

Im Feld der 163 gestarteten Teams lenkte Mike Stursberg beim ersten Einsatz einen Manthey-Porsche GT3 Cup S auf den 13. Gesamtrang und achten Platz in der Klasse GT3. "Unser Rennen lief wirklich gut. Das neue Auto macht sehr viel Spaß", erklärte der Wermelskirchener, der in 8.39,802 Minuten auch die schnellste Rundenzeit des Teams drehte. In der Porsche-Cup-Klasse kam das Radevormwalder Team race&event mit den Piloten Eckhard Geulen, Chris Gentlen und Christoph Koslowski auf den neunten Platz.

Stefan Schlesack hatte kurzfristig die Chance bekommen, beim Damen-Duo Anja Wassertheurer und Daniela Schmid auszuhelfen. Am Steuer eines neuen Ford Focus ließ der Remscheider einmal mehr seine Klasse aufblitzen, war bis zu einer Minute pro Runde schneller als seine Teamkolleginnen und kreuzte als Sieger der Klasse SP4T den Zielstrich. Leider waren nur zwei Fahrzeuge am Start, so gab es nur wenige Punkte für die Meisterschaft.

(RP)