Kaya: Odyssee eines Talents

Kaya: Odyssee eines Talents

– das ist in Essen nicht nur das Markenzeichen eines Energie-Giganten. Es ist auch die Formel der fußballerischen Träume einer Großstadt, die eingezwängt zwischen Schalke, Duisburg und Dortmund viel zu lange ein tristes Schattendasein geführt hat.

Das war mal anders. 1953 gewann Rot-Weiß Essen den DFB-Pokal. Zwei Jahre später wurde das Team Deutscher Meister. Im Europapokal der Landesmeister, der heutigen Champions League, flog RWE allerdings schon in der ersten Runde gegen Hibernian Edinburgh raus. Der Einzug ins DFB-Pokalfinale 1994 gegen Werder Bremen war die letzte Zuckung einer Fußball-Großmacht, deren Stern danach verblasste. Nach dem Absturz in die NRW-Liga gelang RWE in der abgelaufenen Saison der Aufstieg in die Regionalliga. Ein Lebenszeichen nach Insolvenzen und einigen Skandalen.

Im aktuellen Team, das zurzeit Platz drei belegt, ist Güngör Kaya die schillerndste Figur. Gerade 21 Jahre ist der Angreifer jung, doch sein Fußballleben glich bereits einer Odyssee. In der U 19 des VfL Bochum war er im Wortsinn der Shooting-Star: 37 Treffer in 40 Spielen machten ihn interessant. Querelen im eigenen Verein folgte der Wechsel zum 1. FC Nürnberg, aber auch dort wurde der gebürtige Gelsenkirchener nicht glücklich. Nach Vertragsauflösung und einjähriger Fußballpause ging Kaya zum IFK Mariehamn, einem Provinzklub in Finnland, auf einer Insel in der Baltischen See gelegen – auf halben Weg zwischen Stockholm und Helsinki. Nur wenige Tage hielt es den Jungspund dort, dann kam das Angebot von RWE.

  • Schadensbegrenzung als Ziel

Über den Status des Einwechselspielers kam Kaya bisher noch nicht hinaus. Getroffen hat er für Essen bisher auch nicht. Aber das Heimatgefühl entschädigt für vieles.

(RP)
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