Leichtathletik: Inge Raabe wird trotz Kreislaufproblemen Dritte

Leichtathletik : Inge Raabe wird trotz Kreislaufproblemen Dritte

Die Ultra-Marathon-Läufer hatten es diesmal doppelt schwer. Zum einen mussten sie 63,3 bergige Kilometer bewältigen, zum anderen immer wieder Regen und Wind trotzen. Für Lokalmatadorin Inge Raabe hätte dies fast zum vorzeitigen Aus geführt.

Sie musste mit Kreislaufproblemen ins Sanitätszelt, verlor 15 Minuten und wurde am Ende in 5.55 Stunden dennoch Dritte. Bei den Männern suchte man vergebens einen Läufer aus der Region auf den vorderen Plätzen. Sieger wurde Sven Hankemeier vom TSV Victoria Clarholz in 4.44 Stunden. Der Streckenrekord von Sascha Velten (4.23) aus dem Jahr 2007 blieb damit erneut unangetastet.

Die Anstrengung stand Inge Raabe ins Gesicht geschrieben: "Das war heute mein schwerstes Rennen." Für sie begannen die Kreislaufprobleme bereits bei Kilometer zehn. "Mir wurde etwas schummrig vor Augen." Später stabilisierte sich ihr Zustand, bis ihr Kreislauf bei Kilometer 30 erneut verrückt spielte. Sie kämpfte sich ins Marathonziel und ließ sich dort behandeln.

Blutdruck und -zucker zeigten allerdings normale Werte. Raabe entschied sich weiterzulaufen. Jedoch auf eigene Gefahr, wie die gelernte Krankenschwester den Sanitätern per Unterschrift bestätigen musste. Im Ziel waren alle Unannehmlichkeiten aber schnell vergessen: "Als Läufer muss man mental stark sein", sagte die 49-Jährige und konnte da schon wieder lachen.

Dass ihr die Behandlungspause den zweiten Platz gekostet hatte, war völlig nebensächlich. Zumal Raabe bereits neue sportliche Ziele im Blick hat: In zwei Wochen will sie bei der Deutschen-Ultra-Meisterschaft in Bottrop einen vorderen Platz in ihrer Altersklasse belegen.

Für die Siegerin Mara Lückert (5.43 Stunden) waren Regen, Wind und die bergige Strecke keine Probleme. "Bei uns ist es auch hügelig", sagte die Läuferin der LG Gummersbach, der bei ihrer Ultra-Premiere gleich der große Wurf gelang. Bis dahin hatte Lückert zahlreiche Halbmarathons und 19 Marathons absolviert. Die Gummersbacherin zeigte sich begeistert von der Veranstaltung: "Tolle Strecke, tolle Zuschauer. Nächstes Jahr komme ich bestimmt wieder."

Den zweiten Rang belegte Kristina Tille vom SV Elbland in 5.54 Stunden. Tille hatte sich erst kurz vor dem Start angemeldet und war mit dem Ziel ins Rennen gegangen, einfach nur anzukommen. Unterwegs bekam die Läuferin aus Attendorn immer wieder Krämpfe, die sie aber mit Salztabletten in den Griff bekam. Tille läuft seit 2010 Ultra-Rennen. Beim Röntgenlauf war sie erstmals am Start.

Bei den Männern hieß der Favorit eigentlich Dennis Mehlfeld, der im Halbmarathon-Ziel das Ultra-Feld noch angeführt hatte. Umso größer war die Überraschung, als Sven Hankemeier als Erster die letzte Zwischenzeit bei Kilometer 60 erreichte. "Den hatten wir nicht auf dem Zettel gehabt", gestand auch Streckensprecher Andreas Menz.

Keine 15 Minuten später erlebten die Zuschauer, wie Hankemeier beim Zieleinlauf seine Freude herausschrie und die Fäuste ballte. Der 37-Jährige hat ein einfaches Erfolgsrezept: "Ich mache an jeder Verpflegungsstelle Pause." Fabrice Arcne (Boulogne) belegte in 4.53 Stunden Platz zwei.

Der Franzose war bis Kilometer 41 noch Dritter gewesen. Der hieß nun Manuel Skopnik vom TV Refrath (4.57). Baylan Tevfik von TuRa Remscheid-Süd kam als bester Remscheider in 5.43 Stunden als 31. ins Ziel. Michael Kotthaus (PC Lüttringhausen; 5.46) belegte Rang 34.

Sieger des Staffelwettbewerbs wurde der Lüttringhausener TV mit Torben Kirchner, Michael Schmitz und Björn Zimmermann in 4.16 Stunden. Das Trio hatte kurzfristig gemeldet, nachdem Schmitz seinen Nachbarn Zimmermann zum Start überredet hatte. Rang zwei ging an das Vaillant Running Team vor der LG Remscheid mit Arnd Bader, Philip Thiele und Arik Möller.

(RP)
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