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Rollhockey: IGR verschenkt den sicheren Auswärtssieg

Rollhockey : IGR verschenkt den sicheren Auswärtssieg

Rollhockey-Bundesliga: Beim Auswärtsspiel in Calenberg führen die Remscheider in der zweiten Hälfte schon mit 6:2, verlieren aber trotzdem 6:7. Das letzte Gegentor fällt 0,3 Sekunden vor Schluss.

Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid hat bei Aufsteiger SC Bison Calenberg den zweiten Saisonsieg leichtfertig verspielt. Beim 6:7 (5:2) drehten die Gastgeber am Samstag die Partie kurz vor Schluss – obwohl die Bergischen zwischenzeitlich schon mit 6:2 geführt hatten.

Zwei Minuten vor dem Ende foulte IGR-Talent Fabian Selbach den Calenberger Nationalspieler Milan Brandt. Die Folge: Blaue Karte für Selbach, Direkter Freistoß und eine hitzige Diskussion zwischen Brandt und der IGR-Bank. Als Leif Johansson dann den "Direkten" zum 6:6 versenkte, verloren die Remscheider völlig den Faden – und kassierten 0,3 Sekunden vor Spielende in Unterzahl das entscheidende Gegentor. IGR-Akteur Marcel Wiegershaus hatte es sich zuvor unfreiwillig für zwei Minuten auf der Strafbank gemütlich machen müssen.

Ungemütlich wurde es für die Remscheider wieder im zweiten Durchgang. Mit einem 5:2 ging die IGR nach Toren von Fabian Selbach (6., 15.), Marc Schinkowski (16.), Wiegershaus (12.) und Yannick Peinke in die Pause. "Da hatten wir das Spiel im Griff", so IGR-Coach Andreas Reinert, der Yannick Peinke lobte: "Er hat unser Spiel gelenkt." Wiegershaus erhöhte nach Wiederanpfiff sogar auf 6:2.

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Dann fiel aber plötzlich alles wie ein Kartenhaus zusammen: "Die Spieler bekamen wackelige Knie, haben die nötige Cleverness vermissen lassen und das Tor nicht mehr getroffen", analysierte Co-Trainer Marcus Franken. Ganze sechsmal scheiterten die Gäste am Gebälk. Calenberg machte es besser: Galionsfigur Milan Brandt riss das Spiel an sich, setzte seine Mitspieler in Szene und erzielte selbst zwei sehenswerte Treffer (10., 45.). Tore von Leif Johansson (32.), Reik Johansson (34.) und Matheus Luther (4.) entschieden das Spiel. "Weil Calenberg einfach bissiger war als wir", gestand IGR-Trainer Reinert.

Den Westfalen erinnerte der Auftritt an die Pleite im Europapokal in Mérignac, als die Remscheider in der zweiten Halbzeit sieben Gegentreffer kassierten. "Das ist aber kein konditionelles, eher ein Kopfproblem, das wir bisher nicht in den Griff bekommen haben", glaubt der Übungsleiter, der in der kommenden Woche eine umfassende Fehleranalyse plant. Das Video aus Frankreich soll dabei helfen. "Außerdem sind Einzelgespräche vorgesehen", verrät der Coach.

An Keeper Moritz Kreidewolf haben die hohen Niederlagen genagt, doch der Schlussmann ist sicher nicht schuld am momentanen Misserfolg. "Moritz hält solide, seine Vordermänner sind dagegen völlig unorganisiert", verdeutlichte Reinert. Selbst laute Anweisungen von der Bande halfen nicht, dem Remscheider Spiel Struktur zu geben. Resignation macht sich nach der vierten Niederlage im sechsten Spiel und Platz acht jedoch nicht breit: "Es sind noch viele Partien zu absolvieren, Sorgen mache ich mir um meine Mannschaft nicht", so Reinert.

(RP)