Rollhockey : IGR fehlen 3,9 Sekunden

In einem spannenden Derby stand Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid gegen den RSC Cronenberg dicht vor einem Punktgewinn. Doch am Ende jubelt der Deutschen Meister aus Wuppertal.

Exakt 3,9 Sekunden fehlten Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid im Derby zur Punkteteilung mit dem Deutschen Meister. "Aber wer sich so blöd anstellt, dem fehlen sie zurecht", verdeutlichte IGR-Trainer Marcell Wienberg nach der 6:7 (2:4)-Niederlage gegen den RSC Cronenberg.

Dabei hatten sich die Gastgeber zuvor zurück ins Spiel gekämpft und das Unentschieden erzielt, ehe sie durch Mark Wochnik den entscheidenden Treffer kassierten. Den Nationalspieler hatte die vogelwilde IGR-Defensive in der hitzigen Schlussphase glatt vergessen. Der Remscheider Marcel Wiegershaus fälschte den Schuss noch ab.

"Das Glück ist mit den Cronenbergern", erklärte IGR-Routinier Marc Schinkowski. Mitgebracht hat es der Ex-Cronenberger bei seinem Wechsel nach Remscheid jedenfalls nicht. Auch IGR-Schlussmann Matthias Mattusch, ebenfalls vom RSC gekommen, machte beim 5:6 durch Jens Behrendt keine glückliche Figur. Der Keeper versuchte neun Minuten vor Schluss einen Konter einzuleiten, spielte die Kugel allerdings in die Beine des Gegners. "Eine dumme Aktion", meinte Mattusch .

Tatsächlich bekleckerte sich, neben dem überforderten Schiedsrichtergespann, auch der Meister nicht gerade mit Ruhm. Benjamin Nusch (3.), Thomas Haupt (13.), Wochnik (16.) und Behrendt (22.) sorgten zwar für die Pausenführung, agierten aber vor dem eigenen Kasten wenig souverän.

Yannick Peinke traf erst völlig frei stehend zum 1:1 (6.), dann per Direktabnahme zum 2:1 (10.). "Unsere Abwehrarbeit war katastrophal", ärgerte sich RSC-Keeper Sebastian Wilk, schloss sich in die Kritik aber mit ein. Der Nationaltorhüter fing sich vor allem im zweiten Durchgang "ein paar dumme Dinger".

Wochnik erhöhte zwar nach 32 Minuten auf 5:2, doch es folgten drei effektive Minuten der IGR: Erst verwandelte Yannick Peinke einen "Direkten" als Folge des zehnten Teamfouls der Gäste (38.), dann verkürzte der eingewechselte Patrick Nikolajko (39.). Nur 40 Sekunden später fiel der Ausgleich, als IGR-Kapitän Markus Wilk gegen seinen Bruder per Flachschuss traf. Auf der vollbesetzten Tribüne in Hackenberg begannen verfrühte Jubelstürme.

Für einen Punktgewinn reichte es dennoch nicht. Die letzten Aktionen der Partie hatten mit dem angeblich sprichwörtlichen Cronenberger Glück wenig zu tun. Mattusch leistete beim 5:6 zunächst Schützenhilfe, durfte sich noch über den Ausgleich von Yannick Peinke freuen (48.), ehe Cronenberg das Derby doch noch für sich entschied.

(japa)
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