Handball: HGR wieder Spitzenreiter

Handball: HGR wieder Spitzenreiter

Trotz eines schwachen Auftritts beim Vorletzten SG Dülken schiebt sich Handball-Oberligist HG Remscheid wieder an die Tabellenspitze. Denn zeitgleich kam der bisherige Tabellenführer TV Aldekerk nur zu einem Remis in Hiesfeld.

Die Übermittlung der frohen Kunde war fast genauso hart erarbeitet wie der Sieg: Als Ralf Hesse seinen Vorstandskollegen Axel Altena per SMS vom 30:29 (15:15)-Sieg der HG Remscheid bei der SG Dülken informieren wollte, flatterten seine Finger ebenso heftig wie zuvor die Nerven der Remscheider Spieler.

Ein Leckerbissen war der letzte Oberliga-Auftritt vor der herbei gesehnten Osterpause gewiss nicht. Nach halbwegs gelungenem Beginn (3:1; 5.) zeigte die Formkurve der Remscheider rapide bergab, die folgenden 55 Minuten gerieten zu einem unansehnlichen Gewürge. Und da auch die biederen, vom Abstieg bedrohten Dülkener unter Druck standen, glich die Partie einem Duell zweier physisch und psychisch angeknockter Boxer in der letzten Runde: Mehr taumelnd als kalkulierend, mehr abwartend als mutig agierend wurden die Angriffsaktionen vorgetragen. Zudem offenbarten sich bei der HG Remscheid arge Abwehrprobleme. Speziell in der Deckungsmitte, wo die Gastgeber immer wieder erfolgreich den Weg zu Kreisläufer Kämmerling (sieben Tore) fanden.

Das hatte Folgen: Nach zehn Minuten ging Dülken erstmals in Führung (4:3) und lag danach fast immer vorne. Dass die Gastgeber nicht entscheidend wegziehen konnten, lag an ihren bescheidenen Möglichkeiten, aber auch an Bastian Munkel, der im Angriff wieder aufsteigende Form zeigte und sein Team vor der Pause im Spiel hielt.

Auch im zweiten Durchgang lief die HGR zunächst einem Rückstand hinterher, der zwischenzeitlich sogar drei Tore betrug (20:23; 42.). Immerhin: Bei allen Unzulänglichkeiten, die auch noch durch ständige interne Diskussionen auf dem Spielfeld garniert wurden – die Gäste gaben sich nie auf. Nicht Oldie Nijaz Cickusic, der als einer der wenigen HGR-Spieler Mut zur Lücke zeigte und nun immer wieder in die Schnittstellen der SG-Abwehr vordrang. Auch nicht Jacek Krajnik der schon Mitte der zweiten Hälfte bedenklich nach Luft schnappte. Zwei Minuten vor dem Ende baute Krajnik die 28:27-Führung auf 29:27 aus. Und nachdem Dülken noch einmal verkürzte, machte der Halbrechte neun Sekunden vor Schluss im Nachwurf den Sieg endgültig perfekt.

Als danach Leib und Seele in der Nachtluft vor der Halle gekühlt wurden, gab's zu den Punkten auch noch die Zugabe in Form der Tabellenführung, weil Aldekerk in Hiesfeld nur Remis gespielt hatte. Ob danach die Finger von Ralf Hesse auf der Handytastatur noch mehr zitterten, ist nicht überliefert.

(RP)