Rollhockey: "Gehören so nicht in die Bundesliga"

Rollhockey : "Gehören so nicht in die Bundesliga"

Rollhockey: IGR Remscheid geht zum Saisonauftakt mit 1:8 in Krefeld unter.

Oha. Die Rollhockey-Saison ist gerade mal 50 Minuten jung, und schon kokelt bei Bundesligisten IGR Remscheid der Baum. Im Auftaktspiel kam das Rumpfteam beim nicht gerade zu den Großmächten dieser Sportart zählenden HSV Krefeld mit 1:8 (0:2) unter die Räder. Und weil dieses Resultat sogar noch schmeichelhaft für den Gast war, gab's hinterher lange Gesichter und klare Ansagen.

Während sich die Gastgeber unverhofft als Spitzenreiter feierten, zeigten alle im Remscheider Lager bedröppelte Mienen. Für den Klartext war "Trainager" Marcell Wienberg zuständig. Er bescheinigte seiner Mannschaft, keine Einstellung zu Spiel und Gegner gefunden zu haben und ließ keine Ausreden zu: "Mir ist egal, ob der Hallenboden rutschig ist oder nicht oder ob uns ein paar Einheiten wegen des vorgezogenen Saisonbeginns fehlen. Man kann verlieren, aber dann mit Herz. Davon habe ich heute aber nichts gesehen. Das Gros der Jungs hat in keiner Sekunde den nötigen Willen gezeigt. So gehören wir nicht in die Bundesliga."

Dass die Mannschaft ohne Kapitän und Torjäger Yannick Peinke (wurde von Vater und Mannschaftsarzt Dr. Volker Peinke unmittelbar nach Spielende per SMS vom Ausgang informiert) offensiv Probleme haben könnte, war einkalkuliert. Dass sich das Team aber hinten ein ums andere Mal wie eine Schülermannschaft auseinandernehmen und den guten Keeper Moritz Kreidewolf im Stich ließ, davon waren alle vollkommen überrascht.

"Das ist der aktuelle Leistungsstand dieser Mannschaft" , lautete das niederschmetternde Fazit von Wienberg, "einige verstehen scheinbar nicht, worum es für uns geht. Damit sich das ändert, will Wienberg nun genau hinschauen, wie sich die Spieler präsentieren. Beim nächsten Spiel gegen Herringen und auch in der folgenden Spielpause. Wienberg: "Wer nicht will, wird aussortiert."

Damit meinte er kaum Moritz Kreidewolf. Der Keeper wurde trotz einer Knieverletzung fitgemacht und war der Fels in der Brandung. Zwar war auch Kreidewolf nicht frei von Fehlern, bewahrte seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden - er wehrte unter anderem einen Penalty und zwei Direkte Freistöße ab - aber vor einem höheren Debakel. "Das hätte auch im hohen zweistelligen Bereich enden können", fand Wienberg. Den Ehrentreffer erzielte Yannik Lukassen zum 1:6.

(RP)