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Rollhockey: Gefeiert wie ein internationaler Popstar

Rollhockey : Gefeiert wie ein internationaler Popstar

Yannick Peinke spielt mit Deutschland bei der Rollhockey-WM in Angola vor 4000 begeisterten Zuschauern. Sportlich ist allerdings Luft nach oben: Der Torjäger von Bundesligist IGR Remscheid belegt mit der deutschen Auswahl nur Rang elf.

Vor 4000 Zuschauern hatte Yannick Peinke noch nie gespielt. Nicht mit Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid und auch nicht mit dem deutschen Nationalteam. Bei der Weltmeisterschaft in Angola, die am vergangenen Samstag zu Ende gegangen ist, war es so weit: "In den Hallen war die Hölle los, wir sind gefeiert worden wie internationale Popstars", sagt Peinke, der sich bereits beim Aussteigen aus dem Flieger die Augen rieb: Das Logo der WM prangte auf Flugzeugen und sämtlichen Gebäuden.

Rund um die Spielstätten in Luanda und Namibe drehte sich alles nur um den Rollhockeysport. Den 4:3-Finalsieg von Spanien über Argentinien schauten sich rund 12 000 Zuschauer in der Halle an, alle Spiele wurden live im Fernsehen übertragen. "Als wir an der Halle aus dem Bus gestiegen sind, waren wir von Menschen umzingelt. Fast alle haben uns begeistert empfangen", erzählt der 22-Jährige.

Die Betonung liegt auf "fast", denn vor der WM war es in Luanda zu Protesten gekommen. "Das Turnier hat viel Geld verschlungen, davon waren einige Leute nicht gerade begeistert, was nachvollziehbar ist", sagt Peinke, der mit seinem Team unter Polizeischutz stand: "Wir konnten nicht einmal ohne Begleitung eine Fahrradtour machen. Polizisten sind auf Motorrädern mitgefahren." Peinke ließ es sich dennoch nicht nehmen, in einer Schule T-Shirts und Süßigkeiten zu verteilen.

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An die uniformierten Begleiter hatte sich der Torjäger der IGR Remscheid schnell gewöhnt. An die Ernährung nicht: "Wir hatten durchgehend Magen-Darm-Probleme", bemerkt Peinke, der bereits das zweite Mal mit der deutschen Auswahl nach Angola gereist war. Im vergangenen Jahr hatte er in Luanda an einem Vorbereitungsturnier teilgenommen.

Sportlich lief es für Peinke und seine Teamkollegen durchwachsen: WM-Ziel war Platz fünf, die Deutschen wurden Elfte. In der Gruppenphase folgten auf den Sieg gegen Uruguay (10:1) zwei Niederlagen gegen Argentinien (2:5) und Frankreich (0:1). Deutschland verpasste als Gruppendritter das Viertelfinale. "Gegen Frankreich fehlten uns bei einigen Torschüssen nur Zentimeter", ärgert sich Peinke, der auch mit seinen drei Turniertreffern nicht zufrieden ist: "Ich habe reihenweise Chancen vergeben."

Höhepunkt der WM war für ihn die Partie gegen Vize-Weltmeister Argentinien. Peinke nutzte einen Fehler von Superstar Carlos Nicolia zu seinem Treffer zum 1:3. "Nicolia ist auf die Knie gegangen und hat mit dem Kopf geschüttelt", sagt Peinke: "Das vergesse ich nie." Immerhin hatte die WM ein versöhnliches Ende: Deutschland unterlag in der Platzierungsrunde nur Gastgeber Angola mit 1:4. Österreich (12:3) und Südafrika (6:3) wurden jeweils geschlagen.

(RP)