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Anstoss: Frisst die Revolution wieder ihre Kinder?

Anstoss : Frisst die Revolution wieder ihre Kinder?

Häme oder Genugtuung sind jetzt fehl am Platz. Dass der Präsident das Feld geräumt hat, ist folgerichtig und geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die gravierendsten Probleme des in Schieflage geratenen FC Remscheid vielleicht noch zu reparieren sind. Dass Kleinbongartz' Berater Jürgen Wellmann ebenfalls ging, ist genauso richtig und sorgt vor allem auf der sportlichen Ebene für spürbare Erleichterung.

Aber damit fangen die Aufräumarbeiten erst so richtig an. Der vakante Vorstandsplatz muss neu besetzt werden, sinnvollerweise in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, so dass es auch eine tragfähige Legitimation für die handelnden Personen gibt. Es muss ein Kassensturz her, denn die Meinungen über die Bonität des Klubs gehen momentan weit auseinander. Und es müssen Leute her, die ihre Köpfe aus der Deckung heben, klare Kante reden und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Es muss zudem geklärt werden, wer die erste Mannschaft künftig trainiert und wer die sportlichen Geschicke leitet. Ja: Putz, Jakubauskas und Hosnjak haben öffentlich einen Alleingang hingelegt, der nicht jedem schmeckte. Andererseits haben sie ausgesprochen, was die Meisten nur gedacht haben. Die Geschichte lehrt zwar, dass die Revolution ihre Kinder frisst. In diesem Fall sollte sich Geschichte aber nicht wiederholen. Alle drei hängen am FCR, alle drei möchten weiter für "ihren" Verein arbeiten. Und alle drei hätten sich die Chance verdient, in einem ruhigeren Fahrwasser am hoffentlich letzten Neuanfang mitzuarbeiten. HENNING SCHLÜTER

(RP)