Fußball: Ex-Nationalspielerin freut sich auf WM

Fußball : Ex-Nationalspielerin freut sich auf WM

Vom 26. Juni bis 17. Juli darf von einem neuen Sommermärchen geträumt werden. Diesmal von einem weiblichen, denn dann ist Deutschland Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft der Damen. Im Vorfeld der WM ging die BM auf Stimmenfang in der Region. Wie groß ist die Vorfreude? Wie stark die Identifikation? In einer losen Serie nehmen wir uns dem Thema an. Heute mit Gaby Dlugi-Winterberg.

Gaby-Dlugi Winterberg weiß, wovon sie spricht, wenn es um die Nationalmannschaft der Damen geht. "Es war damals eine große Ehre, in der Auswahl zu spielen", erinnert sich die Remscheiderin gerne zurück. 1982 bestritt erstmals ein weibliches Nationalteam ein Länderspiel. Gegner der von Gero Bisanz trainierten Mannschaft war damals die Schweiz, und Dlugi-Winterberg gehörte beim 5:1-Sieg zur Startformation — übrigens zusammen mit Silvia Neid, die heute als Trainerin das DFB-Team zum dritten WM-Titel führen will.

Insgesamt blickt Dlugi-Winterberg auf 19 Jahre Fußball im Verein zurück: Anfangs in Lüttringhausen, später bei der SSG 09 Bergisch Gladbach. Mit dem damaligen "Bayern München des Damenfußballs" gewann sie nicht weniger als sieben Deutsche Meisterschaften. Aber das war noch nicht alles: Weltmeisterin wurde sie auch. 1981, als es noch keine WM für Nationalmannschaften, dafür aber eine Klub-Weltmeisterschaft gab, holte sie den Titel nach Bergisch Gladbach.

"Das ist eine tolle Sache"

Da liegt es nahe, dass Dlugi-Winterberg sich die WM im eigenen Lande nicht entgehen lassen will. Beim Eröffnungsspiel am 26. Juni in Berlin zwischen Deutschland und Kanada ist sie noch nicht live dabei, wohl aber am 5. Juli. Dann stehen sich in Mönchengladbach die deutsche Mannschaft und Frankreich gegenüber. Die DFB-Damen gehen als Titelverteidiger ins Rennen. Sie holten sich nach 2003 auch 2007 den Titel. Dlugi-Winterberg freut sich, dass die WM nach Deutschland kommt: "Das ist eine tolle Sache, das wird ein richtiges Event."

Ganz anders, als zu ihrer Zeit im Nationaltrikot: "Früher war das alles nicht so professionell. Der DFB hat sich wenig um den Frauen-Fußball gekümmert", erzählt die Fußballerin. "Das war damals eine Randsportart, heute wandelt sich das endlich", sagt die 62-Jährige, die glaubt, dass das Interesse weiter wachsen wird: "Wenn Deutschland in diesem Jahr Weltmeister wird, dann kann die Mannschaft eine richtige Euphorie ins Land bringen." Ein neues Sommermärchen, eben.

(RP)