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Leichtathletik: Dirking sprintet in WM-Staffel

Leichtathletik : Dirking sprintet in WM-Staffel

Bei der Senioren-Weltmeisterschaft der Leichtathleten in Lahti hat der Wermelskirchener Ulrich Dirking zwar den 200m-Endlauf verpasst. Dafür hat er sich für die Sprint-Staffel qualifiziert – trotz gebrochener Zehe.

Viel hat nicht gefehlt, und Ulrich Dirking hätte ein unangenehmes Déjà-vu-Erlebnis gehabt. Nachdem der Wermelskirchener Senioren-Leichtathlet im vergangenen Jahr seinen Start bei der Europameisterschaft im slowenischen Ljubljana wegen Problemen mit der Achillessehne absagen musste, drohte vor der momentan stattfindenden Weltmeisterschaft im finnischen Lahti ähnliches Ungemach: Zehn Tage vor dem Abflug brach sich Dirking den rechten kleinen Zeh. Doch weil die Sportreise zugleich der Familienurlaub sein sollte, entschloss sich der Sprinter, trotzdem anzutreten.

"Mit einer verletzten Achillessehne kannst du nicht sprinten, mit einem gebrochenen Zeh schon", urteilte Dirking und ging das Wagnis ein. Mit Erfolg: "Wenn man einmal läuft, macht es keinen spürbaren Unterschied." Allerdings entpuppte sich die Verletzung als psychologische Bürde. Dirking: "Bevor man losläuft gibt es im Unterbewusstsein eine Bewegungshemmung, nicht zuletzt wegen der engen Sprintschuhe. Der Start und die ersten Schritte sind deshalb etwas holprig."

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Dennoch war der Wermelskirchener mit den ersten Ergebnissen in seiner Altersklasse (M 50) sehr zufrieden. Auf der 100m-Strecke lief er in 12,64 Sekunden ins Ziel und konnte sich damit wie erhofft für die Staffel qualifizieren, die am Samstag den Schlusspunkt der Veranstaltung bildet.

Über 200m, der eigentlichen Lieblingsstrecke Dirkings, fehlten zwar einige "WM-Touristen", die vermutlich die hohen Lebenshaltungskosten in Finnland scheuten. Die "Creme de la creme" war jedoch am Start. Im Vorlauf qualifizierte sich Dirking in 25,02 sec ohne Mühe für das Halbfinale. Hier wurde er nach einem gutem Lauf in 24,87 sec Fünfter und damit insgesamt Neunter.

"Obwohl ich mit meiner Zeit das Finale lediglich um drei Hundertstelsekunden verpasst habe, empfinde ich das Ergebnis trotzdem als Erfolg. Denn vor zwei Jahren war ich bei der WM in Riccione mit gesunden Zehen Zehnter." Titelträger wurde in 23,61 Sekunden übrigens Val Barnwell, ein New Yorker Polizist. Es sind aber wohl nur Gerüchte, dass er dort im Dezernat gegen Drogenmissbrauch arbeitet und deswegen gut zu Fuß sein muss . . .

Den Schlusspunkt der Veranstaltung bildet am Samstag die 4x100m-Staffel. Die Aussichten des deutschen Quartetts sind allerdings gesunken, weil sich Gerhard Zorn (Vierter über 100m) verletzt hat. Somit müssen die Deutschen mit zwei Ersatzleuten starten – und Ulrich Dirking mit einer gebrochenen Zehe.

(RP)