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Fußball: Circir schießt den DTV in die Relegation

Fußball : Circir schießt den DTV in die Relegation

Fußball-Landesliga: Der Einwechselspieler macht binnen zwölf Minuten aus einem 0:1 den 3:1-Sieg.

SpVg. Hilden 05/06 - Dabringhausener TV 1:3 (1:0) - Nach dem "Man of the Match" zu fahnden, war dann irgendwie doch schwer. Yunus Emre Circir, eigentlich angeschlagen und dann trotzdem nach gut einer Stunde für Talha Özkan eingewechselt, befand sich irgendwo unter der Spielertraube, die sich vor lauter Freude auf ihm türmte und seinen Belastungszustand testete. Zu Recht, denn Circir gelang das Kunststück, binnen zwölf Minuten (und es waren die letzten zwölf Minuten des letzten regulären Saisonspiels!) aus einem 0:1-Rückstand mit einem lupenreinen Hattrick im D-Zug-Tempo doch noch einen Sieg für den DTV zu basteln, der die Lilaweißen auf Platz zwei und mithin in die Aufstiegsrelegation katapultierte. Gerüchte besagen, man habe noch am Abend angefangen, am Höferhof ein Denkmal für Circir zu klöppeln. Kein Gerücht ist, dass hinterher aus vielerlei Gründen nur wenige Augen trocken blieben.

Tatsächlich hätten hinterher auch andere Tränen getrocknet werden können. Denn beim DTV lief eigentlich gar nichts wie gewünscht. Vor dem Spiel musste Kai Bogner beim Warmmachen abwinken - Leistenprobleme. Auch Circir verharrte mit seinen Kapselbeschwerden in der Zuschauerrolle. Und dann patzte auch noch Routinier Michael Röttgen. Zehn Minuten waren gespielt, da war der Torhüter in Gedanken wohl schon beim Abwurf, als ein eigentlich harmloser Ball aus 20 Metern Entfernung unter seinem Arm hindurch den Weg zum 0:1 ins Tor fand. Danach war der DTV "wie gelähmt", wie es Trainer Acar Sar später beschrieb. Die Gäste hatten aber wenigstens Glück, dass Hilden zur Pause nicht schon höher führte.

Und dann kam der Moment, als Sar "Alles oder Nichts" spielte und Bogner und Circir für Matthias Block und Talha Özkan aufs Feld schickte (56.). Eine goldrichtige Entscheidung: Nach 78 Minuten drosch Circir den Ball "mit gefühlten 180 km/h" (Sar) ins Tor. Acht Minuten später krönte Circir ein Dribbling mit der Führung. Und schließlich bediente Bogner in der Schlussminute Circir, der dann seinen dritten Treffer erzielte und die rund 40 mitgereisten DTV-Fans in die Glückseligkeit stürzte.

"Großes Kompliment an die Jungs, aber natürlich vor allem an Circir", sagte Sar: "Ich wusste, was er kann, aber die erhoffte Explosion war bis heute ausgeblieben." Diesen Knall hat man gestern aber weithin vernommen. Sar: "Ich hoffe nur, dass Emre und auch Kai ihre Einsätze gut überstanden haben." Schließlich fehlen noch zwei Siege, und die erste Relegations-Aufgabe am Mittwoch (19.30 Uhr; Höferhof) gegen den Bezirksliga-Zweiten der Gruppe 4, TSV Meerbusch II, ist nicht von Pappe. Davon konnten sich gestern bereit "DTV-Spion" Zeljko Nikolic überzeugen.

1. FC Monheim - BV Burscheid 3:0 (2:0) - Erwartungsgemäß verabschiedeten sich die Burscheider bereits am Samstag beim unangefochtenen Klassenprimus mit einer Niederlage. "Die Pleite hätte höher ausfallen können. Wir haben uns allerdings nach Kräften gewehrt", befand der scheidende BVB-Trainer Sebastian Sauer. Zwei Standardsituationen brachten den Tabellenletzten bereits vorzeitig auf die Verliererstraße: Zunächst nutzte FCM-Akteur Philipp Hombach eine Unachtsamkeit zur Monheimer Führung (19.), ehe Bahadir Incilli nach einem Eckball völlig freistehend lediglich einschieben musste (41.). Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Hombach (48.) mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung. Für eine amüsante Anekdote zeichnete BVB-Keeper Lars Zabka verantwortlich: Der Stammkeeper wurde in der 85. Minute als Feldspieler eingewechselt und vergab nur 180 Sekunden später einen Foulelfmeter. Sauer: "Ich hätte ihm das Tor zum Abschied natürlich gegönnt. Wie allen anderen Spielern wünsche ich auch ihm alles Gute für die Zukunft. Ich freue mich jetzt auf eine Pause. Wie lange diese dauern wird, weiß ich nicht. Ich lasse alles auf mich zukommen."

(RP)