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Fußball: Chaos im Kreis: Schiris contra Henning Weber

Fußball : Chaos im Kreis: Schiris contra Henning Weber

Im Fußballkreis Remscheid wird nicht mehr mit dem Florett gefochten – es werden inzwischen schwerste Geschütze aufgefahren. Die Schiedsrichter um ihren Obmann Dirk Spiegelhauer haben am Freitag beim überaus gut besuchten Kreisschiedsrichtertag offen und geschlossen den Aufstand gegen den Kreisvorsitzenden Henning Weber geprobt.

Im Fußballkreis Remscheid wird nicht mehr mit dem Florett gefochten — es werden inzwischen schwerste Geschütze aufgefahren. Die Schiedsrichter um ihren Obmann Dirk Spiegelhauer haben am Freitag beim überaus gut besuchten Kreisschiedsrichtertag offen und geschlossen den Aufstand gegen den Kreisvorsitzenden Henning Weber geprobt.

Sie fordern unmissverständlich seinen Rücktritt und werfen ihm mangelnde Unterstützung im "Fall Honsberg" vor, als der Platzwart den Schiri-Assistenten Mohammed Bahaddou attackiert hatte. "Das Maß ist voll", sagt Schiri-Obmann Dirk Spiegelhauer.

Bei einem Treffen am Dienstag mit Vertretern der Stadt habe Weber "das Opfer zum Täter gemacht", sei "cholerisch geworden" und habe Vertretern des Kreis-Schiedsrichterausschusses "den Mund verboten", schildert Augen- und Ohrenzeuge Spiegelhauer. Da sei ihm endgültig klargeworden: "Jetzt ist Schluss. Ich werde jedenfalls nicht mehr mit diesem Mann zusammenarbeiten."

Ohne Propaganda für seine Sichtweise betrieben zu haben, habe sich laut Spiegelhauer am Freitag unter den 78 stimmberechtigten Schiedsrichtern eine "sensationelle Solidarität" verbreitet — mit der Folge, dass sich der Schiedsrichter-Ausschuss (Patrick Suchy, Mohammed Bahaddou, Sebastian Stein, Sören Kronfeld) aus Protest gegen Weber geschlossen nicht mehr zur Wiederwahl stellte. Auch Spiegelhauer will Konsequenzen ziehen: Bis zum Kreistag am 3. April werde er als Ansprechpartner für die Unparteiischen im Amt bleiben: "Ich werde zurücktreten, wenn Henning Weber wiedergewählt wird."

Dass dies als "Erpressung" gewertet werden kann, ist Spiegelhauer bewusst: "Dann ist das eben so." Parallel werde auch noch eine offizielle Beschwerde gegen Weber verfasst, die dem Präsidium des Fußballverbandes Niederrhein in den nächsten Tagen zugehen soll.

Die Attacken erwidert Henning Weber mit einer vollen Breitseite gegen Spiegelhauer. Der sei als "Königsmörder" bekannt: "Er hat schon die Rücktritte von Wolfgang Richter und André Berger auf dem Gewissen." Sich jetzt gegen ihn zu positionieren findet Weber "hinterhältig", zudem sei die Solidarität im Schiedsrichterausschuss "manipuliert" worden: "So kriegt er mich nicht weg. Ich glaube nicht, dass alle Schiedsrichter gegen mich sind. Ich trete nicht freiwillig zurück."

Denn Weber ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe "selbstverständlich" bei dem Gespräch um die Vorkommnisse von Honsberg betont, dass eine Handgreiflichkeit des Platzwartes "verwerflich" sei. Weber: "Die Fairness gebietet es aber, auch die andere Seite zu sehen." In diesem Zusammenhang verweist der Kreisvorsitzende darauf, "vor Jahren selber einmal von Bahaddou angegriffen" worden zu sein.

Unklar ist noch, ob und in welchem Umfang die Partien im Kreis unter dem Zwist leiden werden. Nach BM-Informationen haben sich einige Schiedsrichter bereits beurlauben lassen und wollen vorläufig nicht mehr pfeifen. Auch Weber tappt diesbezüglich im Dunkeln: "Ich weiß nicht, wie es weitergeht und ob weiter geschiedsrichtert wird. Ich erwarte aber, dass mir das von Herrn Spiegelhauer bald mitgeteilt wird." Anstoß

(RP)