Triathlon: Benjamin Lenatz sorgt für eine Premiere

Triathlon : Benjamin Lenatz sorgt für eine Premiere

Bei der 31. Auflage des Triathlons in Hückeswagen kam der 28-jährige Radevormwalder als erster Rollstuhlfahrer ins Ziel.

Zum 31. Mal hat der ATV Hückeswagen am Samstag seinen Volks- und Mitteltriathlon ausgerichtet. Trotzdem gab es eine Premiere: Erstmals kam am Samstag ein Triathlet im Rollstuhl ins Ziel auf dem Sportplatz an der Schnabelsmühle. "Das war schon ziemlich anstrengend", sagte Benjamin Lenatz. Der gebürtige Radevormwalder und Vetter von Mitorganisator Volker Peppinghaus ist froh, dass er über die Volksdistanz starten durfte.

Nach dem Dreikampf, der auf der Radstrecke mit bisweilen tückischer Nässe aufwartet, und der Hitze am Ziel an der Schnabelsmühle genehmigte sich so mancher Athlet erst mal ein Weizenbier. Alkoholfrei, versteht sich. Foto: Moll

"Es war mein erster Triathlon. Meine Freundin hat mich überredet, daran teilzunehmen", sagte der Athlet mit Handicap, der erst kurz vor dem Wettkampf die Starterlaubnis vom Verband bekam. "Ich musste erst einmal Kraulen lernen. Bislang bin ich wie eine bleierne Ente geschwommen", sagte Lenatz augenzwinkernd. Eigentlich spielt der 28-Jährige in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga und wechselte gerade von Vize-Meister Mainhatten Skywheelers zum RBC Köln 99ers. Mit der Junioren-Nationalmannschaft belegte Lenatz bei der Weltmeisterschaft 2005 in Birmingham (England) sogar Platz fünf.

Nach dem Dreikampf, der auf der Radstrecke mit bisweilen tückischer Nässe aufwartet, und der Hitze am Ziel an der Schnabelsmühle genehmigte sich so mancher Athlet erst mal ein Weizenbier. Alkoholfrei, versteht sich. Foto: Moll

"Die Idee, an einem Triathlon teilzunehmen, hatte ich erst vor wenigen Wochen", sagte er. Gemeinsam mit Freundin Frauke Seidel (beide starten für das Radevormwalder life-ness-TriTeam) kam er in Hückeswagen nach 1.34 Stunden ins Ziel – als 248. von 271 Volkstriathleten. Als sie die letzten Meter auf der Stadionrunde absolvierten, tobten die Zuschauer. "Ich hatte eine Zeit von unter zwei Stunden anvisiert, um pünktlich zum Mannschaftsfoto im Ziel zu sein. Das habe ich geschafft", sagte Lenatz zufrieden. Und er hat Blut geleckt: Beim 17. Willicher Triathlon geht er am 1. September erneut an den Start (mehr dazu in einer unserer nächsten Ausgaben).

Nach dem Dreikampf, der auf der Radstrecke mit bisweilen tückischer Nässe aufwartet, und der Hitze am Ziel an der Schnabelsmühle genehmigte sich so mancher Athlet erst mal ein Weizenbier. Alkoholfrei, versteht sich. Foto: Moll

Sieger auf der Volksdistanz wurde René Dörmbach vom RC Lüdenscheid. Die 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen absolvierte er in 57:50 Minuten. Für ihn war der Wettkampf ein Heimspiel: Der Athlet aus Lindlar-Frielingsdorf startete früher für den ATV Hückeswagen. Auch dem Zweiplatzierten Florian Fink war die Strecke vertraut: Vor 15 Jahren absolvierte der Bergisch Gladbacher seinen ersten Triathlon in der Schlossstadt: "Es war ein tolles Rennen. Das Wetter hat auch mitgespielt. Ich bin zufrieden."

Bei den Staffeln setzten sich die "Bergischen Clowns" in der Besetzung Christoph Klewitz, Thorsten "Totti" Koll und Philip Thiel durch. Das Trio aus Remscheid kam mit einem knappen Vorsprung nach 1.01:23h ins Ziel. Schlussläufer Philip Thiel gewann den Sprint gegen Andreas Klütsch vom Geometrie-Club Wuppertal. "Auf den letzten 500 Metern hatte ich noch Reserven", sagte Philip Thiel im Ziel. Die "Bergischen Clowns" traten bereits zum dritten Mal beim ATV-Triathlon an – zum ersten Mal reichte es für das Trio zum Sieg. Westdeutscher Meister über die Mitteldistanz wurde Sven Imhoff, der für das Triathlon-Team der LG Mönchengladbach startete. Für zwei Kilometer Schwimmen, 74 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen benötigte der Iserlohner 3.43:35h.

Obwohl die Radstrecke noch kurzfristig geändert werden musste (wir berichteten), zeigte sich das Organisationsteam um Dirk Warmbier zufrieden: "Alles hat gut geklappt. Das Wetter war optimal. Nur über die Volksdistanz gab es einige Engpässe auf der Radstrecke." Die Bever hatte mit 25 Grad beinahe Badewannen-Temperatur. Unfälle gab es kaum. "Abgesehen von zwei Stürzen aufgrund der nassen Straße sind alle Athleten heil ins Ziel gekommen", sagte Warmbier.

(RP)
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