Bader kann Geschichte schreiben

Der Remscheider Arnd Bader tritt am kommenden Sonntag beim Röntgenlauf zum zweiten Mal auf der Ultra-Distanz an. Nach dem ersten Versuch 2007 sagte er noch: "Nie wieder." Jetzt könnte der 45-Jährige im Erfolgsfall der zweite Läufer werden, der alle Langstrecken gewonnen hat.

"Nie wieder." Das war 2007. Das war nach 5.12:41 Stunden. Das war nach einer Schinderei ohne gleichen. Damals hatte sich Arnd Bader erstmals an den Ultramarathon beim Röntgenlauf gewagt. Die 63,3 Kilometer hat er besiegt, war als 18. der Gesamtwertung und Fünfter der Altersklasse M 40 ins Ziel gekommen. Trotzdem hatte Bader die Nase voll von der Distanz. "Es war schwer", sagte er, als endlich das Ziel erreicht war. Und: "Nie wieder."

Jetzt, vier Jahre später, sieht nicht nur die Welt anders aus. Auch Baders Einstellung zum Ultra beim Röntgenlauf wurde noch einmal überdacht. Es gewann der Ehrgeiz. Denn der Läufer des Remscheider SV, der im vergangenen Jahr noch Zweiter auf der Halbmarathon-Distanz war (1.16:11 Stunden) steht vielleicht ein Eintrag in die Geschichtsbücher bevor. Er könnte im Erfolgsfall nach Sascha Velten der zweite Läufer sein, der sich auf allen drei Langstrecken des Röntgenlaufs in die Siegerliste eingetragen hat. Den Marathon-Wettbewerb hat er bereits dreimal gewonnen (2001, 2002, 2006), im Halbmarathon war er schon zweimal erfolgreich (2003, 2004).

Namhafte Konkurrenz für Bader

Allerdings bekommt es Bader am Sonntag zehn Jahre nach seinem ersten Start mit namhafter Konkurrenz zu tun, wie Andreas Menz, Laufsport-Experte und wie immer Kommentator am Halbmarathon-Ziel, beim Sichten der Teilnehmerliste herausgefunden hat. Da wäre in direkter Nachbarschaft Andrej Bullach (M 40) von der LG Hückeswagen. Beim Ultra in Plettenberg (67 Kilometer) wurde er Anfang September Zweiter in 5.43 Stunden — und bekannte hinterher, nach den strapaziösen 1937 Höhenmetern im Sauerland müsse ihm der Röntgen-Ultra nun "wie ein Spaziergang" vorkommen.

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Da ist aber auch noch Jörn Hesse (M 35) vom Delligser SC. Im vergangenen Jahr wurde er beim Röntgenlauf auf der Ultra-Distanz Zweiter in 4.50:14 Stunden — mit nur 52 Sekunden Rückstand auf den Sieger. In diesem Jahr hat er den 72,7 Kilometer langen GutsMuts-Rennsteiglauf als Achter in 5.53:35 Stunden beendet.

Bei den Damen ist in Abwesenheit von Inge Raabe keine Lokalmatadorin in Sicht, die nach den 63,3 Kilometern als Erste ins Ziel laufen könnte. Zum engeren Favoritenkreis gehört in jedem Fall Claudia Stader (Langenfeld). Sie hat bereits 2008 den Ultra in Remscheid gewonnen und stand dort auch im vergangenen Jahr nach dem 100km-Jubiläumslauf ganz oben auf dem Siegerpodest. Nicht zu unterschätzen dürfte hier aber auch Nicole Kresse (Hersbruck) sein. Sie reist mit der Empfehlung an, in diesem Jahr im April die Harzquerung (51 Kilometer) gewonnen zu haben. Beim Gmünder Zwölf-Stunden-Lauf im Mai wurde sie Zweite.

LTV mit Chancen in der Staffel

In der Ultra-Staffel sehen die Erfolgsaussichten für Athleten aus der Region schon wieder besser aus. Die LTV-Runner des Lüttringhausener TV schicken mit Michael Schmitz, Torben Kirchner und Harald Wilms eine aussichtsreiche Mannschaft ins Rennen, die sich vor allem mit Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet messen muss. TuSEM Essen (im vergangenen Jahr Vierter) hat mit dem Vater-Sohn-Duo Heinrich und Johannes Seegenschmiedt sowie Stefan Lorsch ebenso ein ambitioniertes Team auf der Strecke wie der Lokalrivale Ayyo-Team Essen, der mit Muharrem Yilmaz, Nihat Göktas und Murat Celik ebenfalls drei starke Läufer aufbietet.

(RP)
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