Football: Amboss im AufwindDie Footballer des AFC Amboss planen nicht nur für die neue Saison: Der Regionalliga-Aufsteiger will mittelfri

Football: Amboss im AufwindDie Footballer des AFC Amboss planen nicht nur für die neue Saison: Der Regionalliga-Aufsteiger will mittelfri

Aufstrebende Klubs mit Perspektive sucht man in Remscheid und Umgebung oftmals vergeblich. Eine der rühmlichen Ausnahmen ist der AFC Remscheid Amboss. Im Schatten der vermeintlich großen Sportarten haben die Footballer eine prosperierende Nische besetzt. Sportlich, wirtschaftlich und beim Zuschauerzuspruch.

Längst ist der US-Import-Sport mit dem Leder-Ei auch bei uns keine Hobby-Veranstaltung mehr. Den Etat-Ansatz für den frischgebackenen Regionalligisten beziffert Matthias Picard, Marketing-Chef des Amboss, auf "rund 100 000 Euro". Furchtbar viel mehr steht auch den Fußballern des FC Remscheid pro Saison nicht zur Verfügung.

Doch während die FCR-Mittel zuletzt immer begrenzer wurden, blüht das mittelständische Amboss-Unternehmen geradezu auf: Zuschauereinnahmen (beim letzten Heimspiel pilgerten 2250 Fans ins Stadion Reinshagen) plus Gelder aus Catering und Merchandising wurden "massiv erhöht" (Picard). Zudem verzeichnete der Klub nach eigenen Angaben zuletzt einen Mitgliederzuwachs von fast 25 Prozent.

Neuer Werbefeldzug

"Der Amboss ist eine Marke geworden", sagt Picard. Und diese Marke will der Ur-Hastener, der schon zu den Gründervätern des Vorgänger-Klubs "Bergische Löwen" gehörte, ertragreich vermarkten. Der Schritt zu einer Professionalisierung ist durch die Gründung einer – von Picard geleiteten – Marketing-Gesellschaft gemacht, denn: "Die Suche und Pflege der Sponsoren kann man heute nicht mehr nach Feierabend erledigen."

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Aber das ist erst der Anfang eines neuen Werbefeldzuges. Auf zwei Bildschirmen und einer zehn Quadratmeter großen LED-Tafel wird mit einer speziell entwickelten Software das Publikum bei den Heimspielen der neuen Saison unterhalten – mit sportiven Fakten und Verbraucherinformationen.

"Wir müssen eben mit der Zeit gehen", sagt Picard. Den augenzwinkernden Leberhaken auf eher antiquiert daher kommende Konkurrenz kann er sich nicht ganz verkneifen. Überhaupt ist der Versicherungs-Makler mit dem Hang zu großen Hunden und großen Würfen ein Freund klarer Diktion. "Sportlich wollen wir auf Sicht in die Zweite Liga", sagt er. Wie er es sagt, lässt allerdings erahnen, dass dort noch nicht Endstation sein muss.

Dass es dazu nicht zuletzt besserer (und vom Wetter unabhängiger) Trainingsbedingungen bedarf, sagt Picard auch. Aber er ist weit davon entfernt, Ansprüche an die Kommune zu stellen. "Die Stadt tut für uns was sie kann", sagt er. Was sie nicht kann, daran wollen die Footballer wenn möglich gerne selber Hand anlegen. Zum Beispiel wenn es darum geht, aus der als Biotop getarnten Gegengerade im Stadion Reinshagen wieder annehmbare Sitzplätze für die Zuschauer zu machen.

Und das wiederum unterstreicht das Credo des Klubs und die Einstellung seiner Protagonisten. "Es gibt in dieser Stadt und bei einigen ihrer Vereine eine Jammer-Mentalität", moniert Picard: "Wir müssen weg von den Depressionen und brauchen etwas, wofür wir uns begeistern können." Ihm wäre am liebsten, für den AFC Amboss.

(RP)