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Spende von 60.000 Euro für die Remscheider Tafel

Die Bethe-Stiftung hilft : Spende von 60.000 Euro für die Remscheider Tafel

Die Remscheider Tafel darf sich über eine großzügige Spende freuen: Mit 60.000 Euro wurde die soziale Einrichtung von der Bethe-Stiftung bedacht, die sich wiederum über Nachahmer freuen würde.

Mit dem Geld will der Tafelvorstand die seit Beginn der Corona-Pandemie kostenlose Versorgung bis Ende des Jahres sicherstellen. Das übrige Geld soll langfristiger in einen Kühlwagen investiert werden.

„Eigentlich“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei der Scheckübergabe am Freitagnachmittag im Rathaus, „ist es für ein so reiches Land wie Deutschland beschämend, dass wir eine Tafel brauchen. Es ist ein sozialpolitisches Armutszeugnis.“ Andererseits, fügte er hinzu, „bin ich unheimlich dankbar, dass es die Tafel gibt, weil sie existenziell wichtig ist und viele Menschen von dem Angebot profitieren.“ Rund 350 bis 400 Familien versorgen sich bei der Remscheider Tafel regelmäßig, bestätigt Tafel-Chef Frank vom Scheidt. Möglich sei dies nur, weil hinter der Tafel viele Ehrenamtliche stehen, die wöchentlich an den sieben Abgabestellen in der Stadt die Lebensmittel verteilen, aber auch, weil es Partner und Unterstützer gibt, die dem Verein finanziell unter die Arme greifen, wie jetzt die Bethe-Stiftung.

Den Scheck über die 60.000 Euro überreichte Roswitha Bethe gemeinsam mit ihrem Sohn Florian Bethe dem Tafelvorstand. „Für uns ist das wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk“, bedankte sich das Stadtoberhaupt bei den großzügigen Spendern, die mit der Spende eine ganz eigene Intention verfolgen. Natürlich wollen sie zum einen die Tafeln unterstützen, die besonders in der jetzigen Zeit eine wichtige und wertvolle Arbeit leisten. „Ich bin erstaunt“, sagte Roswitha Bethe: „Viele Tafeln waren wegen der Pandemie geschlossen. Es ist toll, dass Sie hier so gut organisiert sind, dass die Ausgaben weiterlaufen konnten.“

Möglich war das, wie Frank vom Scheidt erklärte, weil die Tafel mit dem örtlichen Foodsharing–Verein sehr gute Partner habe, der in der Not eingesprungen sei. Als „absolute Traumhochzeit“ beurteilte Florian Bethe die Zusammenarbeit zwischen Tafel und Foodsharer. Ein Modell, dass sich auch andere Kommunen zum Vorbild machen könnten. „Wir werden das auf jeden Fall als Beispiel weitertragen“, versprach Roswitha Bethe.

Mit der Spende verbindet die Familie Bethe eine Hoffnung, die viele Bürger einbindet: „Wir freuen uns sehr, hier helfen zu können und wollen Vorbild sein, mit dieser Spende den ersten Schritt machen ohne uns darauf was einzubilden. Wir hoffen einfach, dass sich noch mehr Leute anschließen und ebenfalls spenden“, beschrieb Florian Bethe den Vorsatz hinter ihrer großzügigen Spende.

Gut gebrauchen könnte es die Remscheider Tafel durchaus, denn seit Beginn der Pandemie verzichtet der Verein auf den bisher üblichen Kostenbeitrag von drei Euro, um die Menschen schneller und unkomplizierter zu versorgen. Die Kosten dafür wollte der Vorstand aus der Vereinskasse übernehmen, „unsere Reserven hätten allerdings nur für ein bis zwei Monate gereicht. Durch die Spende können wir das jetzt bis Jahresende verlängern“, sagte Frank vom Scheidt.

Rund 40.000 Euro kostet der Beitragsverzicht den Verein. Mit den übrigen 20.000 Euro will die Tafel im kommenden Jahr den zweiten Kühlwagen, derzeit als Leasingfahrzeug, übernehmen