Remscheid: SPD und CDU einig bei verkaufsoffenen Sonntagen

Remscheid: SPD und CDU einig bei verkaufsoffenen Sonntagen

Über verkaufsoffene Sonntage wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Beim politischen Frühschoppen der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) gestern Mittag mit Sven Wolf (SPD) und Jens Nettekoven (CDU) in Lüttringhausen ging es jedoch überraschend harmonisch zu: Beide sprachen sich dagegen aus.

Für die Diskussion unter dem Titel "Verkauft den Sonntag nicht", der auch Vertreter anderer Ratsparteien beiwohnten, sei es langweilig, wenn er und sein Diskussionspartner ausnahmsweise Mal einer Meinung seien, gab Sven Wolf, Fraktionsvorsitzender der Remscheider Sozialdemokraten, nach einer knappen halben Stunde offen zu. Den knapp 30 Zuhörern im Freizeitheim der katholischen Gemeinde Heilig Kreuz allerdings gefiel es gut, dass die Parteichefs der Remscheider Großparteien traditionelle Werte einer Gesellschaft über die Wirtschaft stellten.

Auch wenn das, im Falle von Jens Nettekoven, in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter, gar nicht so einfach ist. Denn seine Fraktion vertritt auf Landesebene die Umsetzung des Entfesselungspaketes, das unter anderem eine Erhöhung der verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht vorsieht so wie eine Freigabe für insgesamt 16 (statt wie bisher elf) Sonntage in den Gemeinden. Ein Kompromiss mit dem Koalitionspartner, gab Nettekoven zu: "Nach der FDP wäre 24 Stunden lang an sieben Tagen die Woche geöffnet."

Den Sonntag gelte es aber zu schützen, als Familientag, betonten sowohl Jens Nettekoven als auch Sven Wolf. Das sei nicht für alle Berufsgruppen möglich. "Die Frage ist aber, ob wir das als Gesellschaft immer mehr Menschen zumuten wollen", fragte Wolf.

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Er verstehe die Nöte des Einzelhandels, die sich mit den verkaufsoffenen Sonntagen gegen den allzeit erreichbaren Onlinehandel wehren wollen, aber die müssten - seiner Meinung nach - andere Strategien entwickeln, beispielsweise mit einer Kombination aus stationärem und online Handel.

Klaus Kreutzer forderte als Vorstandsmitglied des NRW Handelsverbands von den Politikern gleiches Recht für alle: "Ich bin auch für einen freien Sonntag, aber dafür müssen Sie dafür sorgen, dass sich auch Onlinehändler an die Ladenöffnungszeiten halten."

(seg)