Remscheid: SPD: Galerie am Markt 13 ist gescheitert

Remscheid : SPD: Galerie am Markt 13 ist gescheitert

Die CDU konnte sich im Kulturausschuss nicht durchsetzen, mit Klaus Küster einen Kurator für den Ausstellungsbetrieb einzusetzen. Kulturdezernent Sven Wiertz will nach den Ferien eine Vorlage zur Zukunft des Standortes erarbeiten.

Die CDU-Fraktion ist im Kulturausschuss mit ihrer Idee, so schnell wie möglich einen Verantwortlichen für die bisher nicht geplanten Ausstellungen in den Räumen an Markt 13 einzustellen, vor die Wand gelaufen. Die Vertreter von SPD und Grünen erteilten dem Antrag eine klare Absage.

Und die Begründung von Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD, hörte sich so an, als gäbe es auch kein Interesse bei den Sozialdemokraten, sich mit dem Markt 13 als einen Standort für Kunst intensiver zu befassen. Auf die Frage von Karl-Heinz Humpert (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, ob die SPD die Idee ihres Oberbürgermeisters, am Markt 13 einen Ort für Bildende Kunst entstehen zu lassen, für gescheitert hält, antwortete Leitzbach mit: "Ja".

Die Vertreterin der Grünen, Beatrice Schlieper, warf der CDU ein Täuschungsmanöver vor: "Sie wollen am Haushalt vorbei jemanden einstellen und hoffen darauf, dass wir es nicht merken." Ein solcher Antrag habe nichts im Kulturausschuss zu suchen. Er müsse, wenn überhaupt, in die Haushaltsplanberatungen eingebracht werden, mit einer nachhaltigen Finanzierung. Im Haushalt ist für diese Arbeit kein Geld vorgesehen. Der Ausstellungsbetrieb am Markt 13 darf nichts kosten, so lautet die politische Vorgabe.

Die Räumlichkeiten am Eingangstor werden in mehrfacher Hinsicht genutzt. Dort ist das Seniorenbüro untergebracht, dort arbeiten die Mitarbeiter des Projektes "Mosaik", die den Zusammenhalt der Bürger untersuchen, und Stadtentwickler, die sich über die Zukunft der Innenstadt Gedanken machen. Die multifunktionale Nutzung pries der eine oder andere damals als Gewinn an. Doch die Bildende Kunst scheint der Verlierer zu sein. Nach der Eröffnungsausstellung mit Werken von Gerd Arntz passierte nichts mehr. Das Engagement von "Pro Arte" hat sich nicht als verlässliche Stütze erwiesen. Im Gegenteil. Kulturdezernent Sven Wiertz führte vorige Woche ein Gespräch mit den Vertretern von "Pro Arte". Ergebnis: Der Kunstverein will sich auf die Unterstützung des Teo Otto Theaters konzentrieren.

Die CDU will ein Absterben des Ausstellungsbetriebs nicht hinnehmen. Sie schlug vor, dass der Künstler und frühere Leiter der städtischen Galerie, Klaus Küster (77), die Geschäfte übernimmt. "Mit unserem Vorschlag wollen wir die Galerie wieder mit Leben erfüllen", sagte CDU-Sprecherin Monika Hein. Klaus Küster erklärte sich gegenüber der Bergischen Morgenpost grundsätzlich bereit, dort zeitgenössische Kunst auszustellen. Er macht aber sein Engagement von Bedingungen abhängig. Die Räume müssten atmosphärisch so verbessert werden, dass sich dort auch Kunst präsentieren lasse. Zudem sei diese Aufgabe nicht ehrenamtlich zu führen. Für seine Arbeit erwarte er ein vertraglich zugesichertes Honorar. Außerdem brauche es Mittel für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, um den Betrieb professionell zu organisieren. Sven Wiertz sicherte zu, sich der Sache anzunehmen und verschiedene Gespräche zu führen. "Bei der gemeinschaftlichen Nutzung gibt es immer Konflikte", sagte Wiertz. Vor allem die Vertreter des Seniorenbüros sehen den Ausstellungsbetrieb skeptisch. Er behindere ihre Arbeit. Nach der Sommerpause will Wiertz eine Vorlage unterbreiten. Sie soll sachliche Grundlage sein, um zu entscheiden, wie es am Markt 13 als Galeriestandort weitergehen soll.

(RP)