Sparkasse Remscheid – mehr Spenden und weniger Vorstände

Ansichtssache in Remscheid : Sparkasse – mehr Spenden und weniger Vorstände

Vor der Entscheidung über die Nachfolge von Vorstand Frank Dehnke sollte der Verwaltungsrat zur Duo-Lösung zurückkehren.

Noch in diesem Monat treffen sich die Mitglieder des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse, um die Nachfolge des scheidenden Vorstands Frank Dehnke zu besprechen. Eine wichtige Sitzung, denn gesucht wird ein Mann oder eine Frau, die die Geschicke der städtischen Tochter in sicherlich weiter schwierigen und spannenden Zeiten leiten soll.

Doch bevor es um Köpfe geht, muss es um Strukturen gehen. Die Frage steht im Raum, ob eine Sparkasse wie die Remscheider einen dreiköpfigen Vorstand braucht oder mit zwei Personen an der Spitze auskommen könnte. Nur zum Vergleich: Die Sparkasse Leverkusen arbeitet im Duo. Sie hat fast 200 Mitarbeiter mehr und eine doppelt so große Bilanzsumme. Die Begründung für eine Erweiterung des Vorstandes auf drei Personen lautete vor knapp vier Jahren: Die immer weiter steigenden bürokratischen Auflagen könnten so besser gemanagt werden. Das ist aber kein Problem der Remscheider Sparkasse alleine, sondern von allen Banken in Deutschland. Auch für den Mitbewerber, die Volksbank im Bergischen Land, die bis zu ihrer Fusion mit Wuppertal auch mit zwei Vorständen auskam.

300.000 Euro verdient Frank Dehnke als Vorstand. Das ist kein Geheimnis. Es wäre doch bürgernahe Personalpolitik, wenn sich der Verwaltungsrat entscheidet, die Position einzusparen und zugleich die Aufwendungen für Spenden, mit denen Projekte der Bürger unterstützt werden, entsprechend zu erhöhen. Ist es nicht ein bisschen unverhältnismäßig, wenn die Personalkosten für den Vorstand einer kleinen Sparkasse höher liegen als die Spenden für die Bürger? 500.000 Euro fließen durchschnittlich im Jahr an Spenden. Als Alleinstellungsmerkmal schreibt sich die Bank die „Nähe zu den Kunden“ auf die Fahne. Doch wie stellt man Nähe her im Zeitalter der Digitalisierung, von der die Banken in besonderem Maße betroffen sein werden? Schon heute entscheiden Algorithmen über eine Kreditvergabe. Filialen braucht man bald nicht mehr, um eine Überweisung zu tätigen. Wenn Geldautomaten abgebaut werden, erleben viele Menschen das als Bürgerferne, auch wenn es sachliche Gründe dafür gibt. Eine Sparkasse ist nur den Bürgern verpflichtet, keinen Aktionären. Sie würde an Sympathiepunkten gewinnen, wenn sie noch stärker als lokaler Förderer auftritt.

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